Der Nordosten Fünens

Die Ziele dieses Beitrags befinden sich in Sektor 3 meiner Einteilung (zum Vergrößern bitte auf  die Grafik klicken).

Jetzt geht es in einen sehr schönen Bereich Fünens, in den Nordosten. Von Odense aus, fahren wir über den Kertemindevej, der zugleich die Sekundärstraße 165 ist, in nordöstlicher Richtung, den Wegweisern nach Kerteminde folgend.

Munkebo

GPS: 55°27’21.07″N, 10°33’15.23″E

Wir kommen zunächst in die Kleinstadt Munkebo mit knapp 6.000 Einwohnern. Keine schöne Stadt, und nichts, was zum Verweilen einlädt. Sie ist stark industriell geprägt und bekannt vor allem wegen des wichtigsten Arbeitgebers der Region, nämlich die Lindø-Werft. Diese gehört zur  A. P. Møller-Mærsk-Gruppe und baute für die Mærsk-Reederei schon die größten Containerschiffe, auf unseren Weltmeeren.

Munkebo Bakke

GPS: 55°28’2.88″N, 10°34’16.39″E

Aber ein Highlight immerhin hat die Stadt zu bieten, nämlich den Munkebo Bakke, einen 58 m ü.M. hohen Hügel mit neuem Aussichtsturm im Norden des Städtchens. Den Hügel lohnt es sich zu besteigen, hat man von dort doch einen genialen Ausblick Richtung Norden auf den Odense-Fjord – und vom Turm Richtung Süden auch über den Kerteminde-Fjord.

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Und hier, am Munkebo Bakke, gibt es auch immer wieder mal ein kulturelles Ereignis, wie Open-Air-Ballett und  -Opernfestival, wie letztes Jahr (2015), im August.

Gangräber im Nyhøj

GPS: 55°27’32.69″N, 10°32’47.69″E

Wer will und sich dafür interessiert kann im Westen des Städtchens noch die Gangräber im Nyhøj besichtigen. 

Mehr muss man, meine ich, über Munkebo nicht wissen. Wir folgen weiter der Sekundärstraße 165 in östlicher Richtung. Am Ortsende Munkebos können wir uns entscheiden, ob wir der Straße weiter gleich ins 5 km entfernte Kerteminde folgen, oder erst die Halbinsel Hindsholm in nördlicher Richtung erkunden wollen. Ich empfehle erstmal die herrliche Halbinsel in Augenschein zu nehmen. Dazu biegen wir am Ortsende nach links in Fynshovedvej (Sekundärstraße 315) ab und folgen diesem in nördlicher Richtung.

Vorbei an dem Dörfchen Dalby Sogn gelangen wir bald zu dem ansehnlichen Herrenhof Schelenborg. Die Geschichte des Herrenguts geht zurück bis zu seiner ersten Erwähnung Ende des 13. Jdhts. Das Hauptgebäude in seiner heutigen Form stammt aber aus dem 19. Jhdt. Die Schelenborg Estate Ltd. betreibt heute ihr einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb sowie ein Gestüt mit Pferdezucht.

Hindsholm Egnsmuseum

GPS: 55° 32′ 30.51″ N, 10° 39′ 38.82″ O

Die Sekundärstraße 315 wendet sich kurz vor dem Gutshof  90° nach rechts und nach einigen Hundert Metern wieder gen Norden. Wir kommen nach Martofte Kleiner Ort, aber immerhin mit einem kleinen kultur- und naturhistorischem Museum ausgestattet, das Hindsholm Egnsmuseum. Man kann es kaum verfehlen, es liegt rechter Hand direkt an unserer Straße gen Norden. Hier gibt es Ausgrabungsgegenstände und vor allem zahllose ausgestopfte Vögel zu bestaunen.

Adresse: Fynshovedvej 486, 5390 Martofte
Fon: +45 6534 2834
GPS: 55° 32′ 30.51″ N, 10° 39′ 38.82″ O

Gangrab Mårhøj

GPS:  55° 33′ 31.56″ N,  10° 39′ 43.49″ O

Ganggrab Mårhøj

Wir fahren weiter nach Norden. Nach wenigen Hundert Metern zweigt rechts eine schnurgerade Flurstraße, der Snavevej ab. Wer sich für Hügelgräber interessiert, hier findet man eines der größten Hügel- und Ganggräber Dänemarks, den Mårhøj. Es stammt aus der Jungsteinzeit. Das Innere kann man natürlich nur mit einer guten Taschenlampe erkunden.

Wer will und Dänisch versteht, kann sich von dieser kleinen Reisführerin das Innere des Gangrabes erklären lassen:

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Nun aber wieder zurück zur Sekundärstraße 315. Wir biegen rechts nach Norden ab.

Wir fahren die Sekundärstraße weiter und finden dann einen wunderbaren, wenn auch steinigen Platz zum Verweilen
(GPS:  55° 36′ 33.59″ N,  10° 35′ 55.69″ O).

Ausgestattet mit Campingstühlen und reichlich Brotzeit, lässt sich hier ein wunderbar geruhsamer Tag verbringen.

Man kann noch ein paar Hundert Meter über eine kurze Nehrung weiter fahren, die zu den grünen Hügeln ganz im Norden der Halbinsel, genannt Fyns Hoved, führt und dort die fast 30m hohe Steilküste bestaunen, mit atemberaubender Aussicht übers Kattegat
(GPS:  55° 37′ 4.42″ N,  10° 35′ 21.86″ O)
.

Hier kann man, wie gesagt, gut verweilen, aber wenn wir noch auf der Rückfahrt eine kleine Stadt besichtigen wollen, sollten wir das nicht allzu sehr ausdehnen. Dazu fahren wir die ganze Strecke über die Sekundärstraße 315 wieder zurück, die uns über Mesinge und Salby an die Südküste der Halbinsel Hindsholm bringt. Dort biegen wir dann links ab und kommen nach wenigen Hundert Metern entlang der Küste direkt nach Kerteminde.

Kerteminde

Die idyllische Kleinstadt Kerteminde, mit rund 6.000 Einwohner, liegt im Nordosten Fünens, am Großen Belt. Dominierend ist der große Fischereihafen mit Fischauktionsmarkt und Fischfabriken.

Gleich, nach dem wir über die Sekundärstraße 315 (Hindsholmvej) den Stadtrand erreicht haben, liegt linkerhand der ca. 1 km lange Stadtstrand (GPS: 55° 27′ 39.23″ N, 10° 40′ 5.59″ O), gefolgt vom Yachthafen.

Meeresforschungs- und Erlebniscenter „Fjord- og Bælt“

GPS:  55° 27′ 1.26″ N,  10° 39′ 41.32″ O 

Gleich danach, an der Kreuzung zum Hans-Schakvej (Sekundärstr. 165), liegt sicher Kertmindes größte Attraktion, das Meeresforschungs- und Erlebniscenter Fjord- og Bæltein Highlight gewiss für Groß und Klein. Es gibt Streichelbecken, die vor allem bei Kindern sehr 

beliebt sind, Themeräume, z.B. über Quallen, das Skelett eines riesigen Pottwals, viele multimediale Angebote usw. Besondere Eindrücke der Unterwasserfauna bietet einen 40 m langen Unterwassertunnel mit Sichtfenstern, durch die man Schweinswale und Robben, aber auch viele 

verschiedene Fischarten, Seesterne usw. in ihrem Element beobachten und fotografieren kann. Am Ende des Tunnels befindet sich ein kleines Kino, in welchem ständig interessante Filme über verschiedene Tierarten des Meeres gezeigt werden. Besonders beliebt sind die öffentlichen Fütterungen der Schweinswale und Robben, die dann auch immer einige Kunststücke vorführen.
Adresse: Margarethes Plads 1, Kerteminde,
Fon: +45 6532 4200,
GPS:  55° 27′ 1.26″ N,  10° 39′ 41.32″ O 

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Stadtbummel durch pittoreske Gassen

Wir folgen der Straße bis rechts die Strandgade abzweigt (nach dem Tornøes Hotel). Hier finden wir Parkmöglichkeiten, entweder direkt links am Hafenbecken oder gegenüber am Hotel (Achtung hier Parkscheibe benutzen und nur 1 Stunde max. Parkzeit). Von hier können wir die Stadt erkunden.

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Wer es mag, kann die Sankt Laurentius Kirche (Kerteminde-Kirke) besuchen oder, vielleicht sehenswerter, das… 

Johannes-Larsen-Museum
GPS:  55° 27′ 20.98″ N, 10° 39′ 39.21″ O

Der Maler Johannes Larsen (1867–1961) stammte aus Kerteminde und arbeitete hier. Sein schönes Wohnhaus aus dem Jahre 1901 entwickelte sich, dank vieler Gästezimmer zu einem Sammelpunkt für Malerkollegen, insbesondere fünische Maler (Fynbomalere). Das Haus beherbergt heute das Johannes-Larsen-Museet.

Adresse: Møllebakken 14, Kerteminde 
Fon: +45 6532 4707,
GPS:  55° 27′ 20.98″ N, 10° 39′ 39.21″ O

Wikingermuseum Ladby
GPS:  55° 26′ 35.37″ N, 10° 37′ 0.30″ O

Nach dem Stadtbummel durch Kerteminde können wir noch im Wikingermuseum Ladby die Überreste eines dort ausgestellten Wikingerschiffes, das Ladby-Schiff, die Hauptattraktion des Museums, angucken. Dazu folgen wir der Sekundärstraße 315 nach Süden, entlang des Ostufers des Odensefjords biegen nach ein paar Hundert Meter rechts in den Odensevej ab bis Ladby. Am westlichen Ortsende wieder rechtsabbiegen in den Vikingvej und geradeaus einige Hundert Meter nach Norden bis zum Museum.

Adresse: Vikingevej 135, Kerteminde,
Fon: +45 6532 1667,
GPS:  55° 26′ 35.37″ N, 10° 37′ 0.30″ O  

Unser nächstes Ziel liegt etwas weiter südlich. Dazu fahren wir über den Vikingevej zurück auf den Odensevej und weiter wieder Richtung Kertminde auf die Sekundärstraße 315. Hier müssen wir uns entscheiden, ob wir nach rechts abbiegen, um der 315 Richtung Süden zur Autobahn E 20 zu folgen oder – was ich empfehle – an der 315 zunächst nach links abzubiegen und gleich danach rechts der Sekundärstraße 165 nach Südosten zu folgen (diese ist auch Teil der Margeritenroute). Die 165 trägt hier den Namen Klintsvej und das zurecht. Sie folgt nämlich ein ganzes Stück der fünischen Ostküste und gleich nach einigen Hundert Metern, an einer links gelegenen, locker bewaldeten Steilküste vorbei. Geht man ein hier paar Meter zur Küste, hat man von dort einen herrlichen Blick über den Großen Belt. Wir folgen der 165  über Bovense, Skalkendrup bis Avnslev dieses durchfahren wir ein Stück und biegen dann links ab in die Sekundärstraße 160 die uns direkt zu unserem nächsten Ziel führt, zur Hafenstadt:

Nyborg

Nyborg ist für dänische Verhältnisse eine gar nicht so kleine Stadt, mit immerhin rund 17.000 Einwohnern. Sie liegt westlich des Großen Belts und nördlich des Nyborgfjords. Von hier aus fährt man auch über die West-Ost-Magistrale, die Autobahn E 20, auf die mautpflichtige Großer-Belt-Brücke  (Storebæltsbroen), zum Übersetzen nach Seeland, auf.

Natürlich, Nyborg ist eine Kleinstadt und daher nicht so üppig mit herausragenden Sehenswürdigkeiten ausgestattet. Ein paar solche hat es aber doch: 

Mads Lerches Gård

GPS:  55° 18′ 41.91″ N, 10° 47′ 18.79″ O

Ein Stadtrundgang durch das pittoreske, eben typisch dänische Nyborg ist sehr zu empfehlen. Sehenswert dabei z.B. der Mads Lerches Gård, ein rotes Fachwerkhaus, erbaut 1601 als Kaufmannshof, von dem damaligen Bürgermeister und Kaufmann Mads Lerche.

Adresse: Slotsgade 11, 5800 Nyborg
GPS: 55° 18′ 41.91″ N, 10° 47′ 18.79″ O

Vom Mads Lerches Gård ist es nur ein Steinwurf zum

Nyborg Slot
GPS: 55° 18′ 44.54″ N, 10° 47′ 12.51″ O

Im 13. Jahrundert gegründet, ist Nyborg eine der ältesten Städte Dänemark. Ihr Name kommt von jener „Neuen Burg“ (aus dem 12. Jhdt.), zugleich älteste Königsburg Skandinaviens, um die sich die Stadt gebildet hat. Die Burg, die eigentlich ein Schloss ist und deshalb auch Nyborg Slot heißt, ist also zugleich die Keimzelle der Stadt. Es ist von einem idyllischen Weiher im Norden und Osten umgeben, im Westen befindet sich ein Wehrdamm und darunter ein weiterer, langgezogener See. Das Schloss kann besichtigt werden. Im Sommer finden jeweils sonntags um 19:00 Uhr Konzerte mit Renaissance- und Mittelaltermusik statt.

Adresse: Slotsgade 34, 5800 Nyborg
Fon: +45 6531 0207,
GPS: 55° 18′ 44.54″ N, 10° 47′ 12.51″ O

Rund um das Schloss sind eine ganze Reihe Deko-Kanonen aufgestellt, deren Gestelle in knallrot-gelb gestrichen sind. Sie wirken ein bisschen, als hätten man sie aus Disneyland entwendet. Aber schön anzusehen sind sie schon.

Wasserturm
GPS:  55° 18′ 51.23″ N,  10° 47′ 4.12″ E

Im kleinen Park, ein paar Meter nordöstlich des Schlosses, am genannten Weiher, befindet sich ein, von herrlichen Bäumen umgebener, sehr beachtlicher Wasserturm, der, wie das Schloss, aus Ziegeln erbaut wurde. Hier sind einige – diesmal echte – Kanonen auf Betonsockeln ausgestellt. Die allerdings wirken ein bisschen verloren in der Landschaft. Ein paar Sitzbänke zum Ausruhen an dieser schönen Stelle fände ich persönlich sinnvoller.

Altes Rathaus
GPS:  55° 18′ 45.78″ N, 10° 47′ 22.76″ O

Östlich des Nyborg Slots, jenseits des kleinen Weihers befindet sich das ansehnliche Rathaus der Stadt, ein Bau aus Backstein, mit Elementen der Gotik und der Renaissance, aus dem 16. Jahrhundert. Es ging allerdings bei einem heftigen Stadtbrand 1797 in Flammen auf und musste wieder, teilweise nicht ganz mit Stilgefühl, wieder  aufgebaut werden. (Fotoquelle: WikimediaCommons)

Adresse: Torvet 1, 5800 Nyborg
Fon: +45 6333 7000
GPS:  55° 18′ 45.78″ N, 10° 47′ 22.76″ O

Liebfrauenkirche (Vor Frue Kirke)

GPS:  55° 18′ 41.25″ N,  10° 47′ 35.34″ O

Die im 14. Jhdt., in Backsteingotik erbaute Vor Frue Kirke (Liebfrauenkirche), eine Hallenkirche (Basilika), hat einen für Dänemark außergewöhnlichen Kirchturm mit Spitzdach. Im Inneren besticht, dass die Wände weiß verputzt sind, während die Spitzbögen aus Backstein einen sehr schönen und harmonischen Kontrast dazu bieten. (Fotoquelle: WikimediaCommons)

Adresse: Gamle Torv 1, 5800 Nyborg
Fon: +45 6531 1608 
GPS:  55° 18′ 41.25″ N,  10° 47′ 35.34″ O

Wir verlassen nun das Stadtgebiet auf der Sekundärstraße 163 in südlicher Richtung, über den Damm und eine kleine Brücke und gelangen sogleich zum linkerhand gelegenen

Holckenhavn Slot

GPS:  55° 17′ 31.88″ N,  10° 46′ 27.39″ O

Schloss Holckenhavn ist wohl eines der schönsten Schlösser von unzähligen in Dänemark, das zweitschönste auf Fünen allemal. Der Renaissance-Bau aus dem 16. Jahrhundert liegt inmitten einer wunderbaren Parkanlage im englischen Stil, ist teilweise von einem Wassergraben umgeben und dient heute als Konferenz und Event-Einrichtung. Besonders wer im großen Stile Hochzeit feiern möchte, wird hier einen sehr würdigen und festlichen Rahmen finden. Wir aber auch nicht „billig“ sein.

Schloss Holckenhavn

Adresse: Holckenhavn 1, 5800 Nyborg
Fon: +45 6531 3105
GPS: 55° 17′ 31.88″ N,  10° 46′ 27.39″ O

Damit endet unsere Rundreise im nordöstlichen Teil Fünens. weiter geht es im nächsten Beitrag in den Südosten der Insel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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