Der Südosten Fünens

Die Ziele dieses Beitrags befinden sich in Sektor 4 meiner Einteilung (zum Vergrößern bitte auf  die Grafik klicken).

Zugegeben, den Südosten Fünens haben wir nur etwas marginal auf unserer Rundreise erkundet. Das lag auch daran, dass der Sektor 4 von unserem Ferienhaus nur sehr umständlich erreichbar war, weil wir die beiden Magistralen (Autobahn E 20 und die Primästraße 9) dafür nicht nutzen konnten und nur Landstraßen nutzen konnten.  Aber ein paar ansehenswerte Ziele haben wir doch im Vorübergehen erkunden können.

Dreifacher Augenschmaus für Freunde der Megalithkultur

Im letzten Sektor 3 endete unsere Rundfahrt südlich Nyborgs, beim Schloss Holckenhavn. Von dort fahren wir etwa 100 m auf der Sekundärstraße 163 weiter nach Süden und biegen rechts ab in die Verbindungsstraße namens Blankeborgvej und folgen dieser etwa acht Kilometer bis zu ihrer Einmündung in die Primärstraße 8. Hier biegen wir links ab und folgen dieser etwa drei Kilometer bis zur Ortsmitte von Ørbæk. Nach Einfahrt in den dort gelegenen Kreisverkehr verlassen wir diesen an der zweiten Ausfahrt in den Assensvej (Sekundästraße 323). Über diese verlassen wir den kleinen Ort und folgen der Straße etwa drei Kilometer (vorbei an einer linkerhand gelegenen Gärtnerei). Nun folgen rechterhand zwei aufeinanderfolgende Landwirstchafswege. Beide lohnen es für Freunde der Megalithkultur, sie zu befahren.

1. Langdolmen (Bezeichnung unbekannt)

GPS:  55° 15′ 18.22″ N,  10° 38′ 30.40″ O

Fotoquelle: Google-Earth

Wir biegen zunächst in den ersten Feldweg rechts ein. Nach knapp 200 Meter passieren wir rechterhand ein von Bäumen umgebenes Wohnhaus, fahren aber noch etwa 100 m weiter und halten hier an. Rechts von unserem Haltepunkt stehen wir vor dem längsten Langdolmen Dänemarks. Die Bezeichnung konnte ich nicht herausfinden, aber auf einem Wall befinden sich auf einer Strecke von etwa 150 m jede Menge Steinsetzungen (Menhire). 

2. Lindeskov Hestehave Rundysse

GPS:  55 °15′ 31.93″ N,  10° 38′ 16.69″ O

Fotoquelle: Google-Earth

Von obigem Ziel fahren wir wieder zurück auf die Sekundärstraße 323, biegen hier rechts ein, um nach wenigen Meter gleich in den nächsten Landwirtschaftsweg rechts abzubiegen. Wir folgen diesem, vorbei an einem Bauernhof etwa 600 m. Dort treffen wir auf eine rechterhand gelegenen, von Büschen umgebenen Wiese am Waldesrand. Dort finden wir die Steinsetzungen mit der Bezeichnung Lindeskov Hestehave Rundysse. Spontan fiel mir dazu die Analogie „Klein-Carnac“ ein, als Reminiszenz an das Menhir-Paradies in der Südbretagne. (Fotoquelle: WikiMedia Commons)

3. Langdolmen Stenbjerggård

GPS:  55°15’6.42″N,  10°37’30.54″O

Von Ziel 2 oben fahren wir wieder zurück auf die Sekundärstraße 323 und biegen hier abermals rechts ab. Nach etwa 800 m sehen wir rechterhand schon von weitem den nächsten Augenschmaus aus Stein, den Langdolmen StenbjerggårdUnd weil dieser direkt an der Straße liegt, hat man für Schaulustige auf beiden Seiten der Straße extra Parkbuchten angelegt. Aussteigen und staunen! (Fotoquelle: WikiMedia Commons)

Weil wir schon in der Nähe sind, lohnt es sich auch, noch ein kleines Schloss in Augenschain zu nehmen, nämlich

Schloss Lykkesholm

GPS:  55° 14′ 21.33″ N,  10° 37′ 2.56″ O

Um zum Schloss Lykkesholm zu gelangen, folgen wir der Sekundärstraße 323 vom Langdolmen Stenbjerggård weiter in westlicher Richtung bis Ellested. Dort biegen wir links ab in den Lykkesholmvej, folgen diesem dann ca. einen Kilometer und stehen sodann vor dem kleinen Schloss, das heute als Hotel genutzt wird. Hans Christian Andersen soll verliebt in dieses Schlösschen gewesen sein, sich oft hier aufgehalten und es für den schönsten Platz auf Fünen empfunden haben. 

Adresse: Lykkesholmvej 20, DK-5853 Ørbæk
Fon: +45 6229 2962
Web: www.lykkesholmslot.dk
GPS:  55° 14′ 21.33″ N,  10° 37′ 2.56″ O

Wir fahren nun wieder über die Sekundärstraße 323 zurück nach Ørbæk bis zu dem o.e. Kreisverkehr und verlassen diesen an der ersten Ausfahrt auf die Primärstraße 8, die innerorts Hovedgaden benannt ist, Richtung Süden. Nach einigen Hundert Metern biegen wir links ab in den Svendborgvej (Sekundärstraße 301) und folgen der Straße etwa sechs Kilometer bis diese in die uns bereits bekannte Sekundärstraße 163 mündet. Hier biegen wir rechts ab und folgen der 163 etwa vier Kilometer. Kurz nach einem grauen Anwesen biegen wir rechts in den Byvej ab und sofort wieder rechts in den Glorupvej. Diesem folgen wir nach einer Linkskurve etwa einen Kilometer und gelangen auf diesem Weg zum riesigen Schlosspark unseres nächsten Zieles. Hier rechts abbiegen und dem Glorupvej etwa 500 Meter weiter folgen, so gelangen wir zum

Herrenhof Glorup 

GPS:  55° 12′ 30.66″N,  10° 42′ 22.16″ O

Der Herrenhof Glorup ist ein gar nicht so kleines Herrenschlösschen und recht ansehnlich. Aber mehr lockt der grandiose Park des Anwesens hierher. Man kann ihn besichtigen und eine Führung durch das ganze Anwesen, das vor allem für Events genutzt wird, buchen. Leider war unsere Zeit zu knapp, uns das Gut anzusehen, erwähnt haben wollte ich es aber schon, weil es auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel liegt.

Adresse: Glorupvej 34, DK-5853 Ørbæk
Fon: +45 6533 1005
Web: www.glorupgods.dk
GPS:  55° 12′ 30.66″N,  10° 42′ 22.16″ O

Zum nächsten Ziel fahren wir zurück auf die Sekundärstraße 163 und folgen dieser nach Süden. Wir durchqueren auf ihr den Ort Hesselager und folgen ihr nach Ortsende etwa vier Kilometer. Wir biegen rechts ab in den Broholmvej, folgen diesem etwa 200 m und befinden uns nun vor 

Schloss Broholm

GPS:  55° 8′ 16.99″ N,  10° 43′ 41.95″ O

über eine kleine Brücke über den, das Schloss umgebenden Wassergraben, können wir in den Hof von Schloss Broholm einfahren.

Schloss Broholm

Das Schloss findet seine erste Erwähnung im 14. Jhdt., allerdings stand an seiner Stelle damals noch eine Burg. Der frühest bekannte Besitzer war wohl schon eine Privatperson. Im 17. Jhdt. riss der spätere Besitzer, Otte Skeel, die längst geschliffene Burg ab und erbaute das jetzige Schlösschen im spätgotischen Stil, mit vielen Stilelementen aber bereits der Renaissance – und zwar aus Backstein. Heute ist das Schloss im Besitz eines Nachkommens der 13. Generation des Schlosserbauers. Die Familie hat laut eigener Darstellung historische Verbindungen auch zur Mutter H. C. Andersens und es gibt Hinweise, dass der dänische Märchenkönig sogar hier geboren sein könnte. Das widerspricht allerdings der offiziellen Geschichtsschreibung, nach der Andersens Geburtshaus in Odense steht, welches heute als Andersen-Museum genutzt wird.

Das Schloss ist heute ein Eventhotel und bietet eine eigene Angel-Lodge für Petrijünger an. Außerdem beherbergt es eine Altertumssammlung. Näheres hierzu findet man auf der Homepage des Schlosses.

Adresse: Broholmsvej 32, DK-5884 Gudme
Fon: +45 4011 1013
Web: www.broholmsgods.dk
GPS:  55° 8′ 16.99″ N,  10° 43′ 41.95″ O

Wir fahren die 200m zurück zur Sekundärstarße 163 und biegen hier nach Süden rechts ab. Nach weiteren etwa 200m biegen wir links ab in den Stenmurevej, folgen diesem etwa zwei Kilometer und biegen dann links ab in den Hesselagergårdsvej. Dieser bringt uns nach etwas weitern zwei Kilometern zum

Schloss Hesselagergård

GPS:  55° 9′ 26.34″ N, 10° 45′ 49.13″ O

Schloss Hesselagergård ist das älteste Renaissance-Bauwerk Dänemarks und wurde erstmals im 13. Jdht. urkundlich erwähnt. Allerdings erhielt es seinen Renaissance-Stil erst Mitte des 15. Jhdts. Das Schloss ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, ist heute im Besitz eines Barons, der das Schloss bewohnt und von hier aus einen Land- und Forstwirtschaftlichen Betrieb leitet und Immobilien verwaltet.

Schloss Hesselagergård

Adresse: Hesselagergårdsvej 20a, 5874 Hesselager 
Fon: + 45 6225 3338
Web:  www.hesselagergaard.dk
GPS:  55° 9′ 26.34″ N, 10° 45′ 49.13″ O

Damit endet der Erkundungsbericht aus dem Südosten Fünens (Sektor 4). Es folgt Sektor 5, der Südwesten der Insel. Vorher aber bereite ich noch zwei Sonderberichte über Ziele vor, welche ziemlich exakt auf der Trennlinie zwischen Sektor 4 und 5 liegen, nämlich zu Ausflügen zum absoluten Highlight Fünens, zum Wasserschloss Egeskov und über die Südmetropole der Insel, Svendborg, ganz im Süden.

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