An Skagerrak und Kattegat

Stand: 25.03.2016

Im letzten Beitrag “Jütlands Norden- Entlang der Jammerbucht” suchten wir reizvolle Ziele zwischen “Thorup” und “Hirtshals” auf.

skagerrak_kattegatDer dritte Teil nun soll uns entlang des “Skagerraks”, hinauf zur Sandzunge “Grenen”, wo sich die Wellensysteme der eher blau schimmernden Nordsee und die des eher im smaragdgrünen Kleide sich zeigenden Ostseewassers des Kattegats treffen. Weiter führt unser Weg entlang der Küste des Kattegats nach Süden, vorbei an “Skagen”, “Frederikshavn” bis “Hals”, wo der “Limfjord” seinen östlichen Ausgang ins offene Meer findet. Die Karte links zeigt die nachfolgend beschriebenen Ziele in diesem Abschnitt an (zum Vergrößern Grafik anklicken).

Tversted-Strand

GPS: 57° 35’ 48.97” N, 10° 10’ 55.72” E

2013-09-02_142820_DSC49771Die Küste entlang des “Skagerraks” ist vor allem von einem geprägt: von Sand und Strand satt. Manche Strände kann man sogar mit dem Fahrzeug befahren oder auch zu Pferde bereiten, wie diesen hier, bei “Tversted”.

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Auf dem Wege angucken:

Eine einzigartige Windmühle gibt es etwas nördlich des Hauptortes “Tversted”. Auf dem Bauernhof “Østerklit” kann man die “Stokmøllen” bestaunen. Die Mühle wurde einfach auf das Dach eines Bauernhauses gebaut.
GPS: 57° 36′ 28.94″ N, 10° 14′ 50.95″ E

Auch sehenswert: etwas weiter nordöstlich der “Stokmøllen” findet man die “Råbjerg Kirke”, mit einem Glockentürmchen aus einem Holzgestell, ähnlich wie man ihn bei der “Mårup Kirke”, an der Jammerbucht, kennt. Ein geruhsames Kleinod, wie ich finde. GPS: 57° 37′ 32.82″ N,  10° 21′ 18.68″ E

Man könnte jetzt ein paar Kilometer durch die Pampa weiter Richtung Norden laufen, das wäre sicher auch gesund und  deutlich kürzer als mit dem Auto hin zu fahren, ich bin trotzdem gefahren, zu einer weiteren erstaunlichen Natur-Attraktion, der Wanderdüne

Råbjerg Mile

GPS: 57° 38′ 55.51″ N, 10° 24′ 19.31″ E

RaabjergMile2006Råbjerg Mile” ist eine riesige Wanderdüne, die vom westlichen Skagerrak nach Osten, Richtung Kattegat wandert (jährlich ca. 15 Meter, in windigen Jahren auch schon mal bis zu 50 Metern). Flächenmäßig beansprucht sie ein Vielfaches der Düne von “Rubjerg Knude”, allerdings erreicht sie nur eine Höhe von ca. 40 Meter. Gelingt es nicht, sie zu stoppen, wird sie in naher Zukunft unweigerlich zunächst die 2013-08-31_164836_DSC49419Bahnlinie und danach die Primärstraße 40 nach “Skagen” mit Sand überdecken, um schließlich irgendwann im “Kattegat” zu “verschwinden”. Ähnliches ist schon zweimal einige Kilometer weiter nördlich passiert, wo sich aktuell die Wanderdüne “Sandmile” und noch weiter nördlich, die “Stokmile” in die Ostsee verabschieden. Letztere hat uns eine weitere Sehenswürdigkeit hinterlassen, aber dazu komme ich weiter unten.

Ursache des “Dünenrennens” südlich Skagens ist übrigens der Mensch, der den Wald rodete, Kühe auf die Weide trieb und es versäumte, Dünengräser zu pflanzen.

Es ist aber anzunehmen, dass die Behörden durch Bepflanzung versuchen werden, “Råbjerg Mile” zu stoppen. Das dürfte preiswerter zu leisten sein, als neue Gleise und eine neue Straße hinter der Düne nach “Skagen” zu bauen. Man hat damit auch bereits begonnen.

Raabjerg-Mile(Fotoquelle Bild 1 und 3: WikiMedia Commons)

Ab hier wäre es eigentlich egal, ob ich Ziele am Skagerrak oder schon am Kattegat benenne, denn es gibt nur noch die Primärstraße 40, welche sich ab “Hulsig” ungefähr in der Mitte der Landzunge zwischen den Meeren nach Norden windet. Aber um in der Systematik zu bleiben folgen wir weiter gedanklich der Westküste und kommen zu den westlichen Ortsteilen “Skagens”, nämlich

Gammel Skagen

GPS: 57° 43′ 48.34″ N, 10° 31′ 25.08″ E

2013-08-31_160305_DSC49264So alt sieht es dort gar nicht aus, wie der Name des Ortsteils, “Gammel Skagen” annehmen lassen möchte. Und wenn da überhaupt etwas etwas alt ist, dann ist es bestens restauriert. Nein, das ist nicht das alte Skagen, auch wenn der Ortsteil so heißt. Mich zieht vor allem ein herrliches Haus an der Küste immer wieder dorthin. In keinem Fotoband über Jütland darf ein Foto davon fehlen und natürlich habe ich es ebenfalls zig Male mit der Kamera “abgeschossen”. Keine Frage, dort möchte ich nur zu gerne wohnen, selbst bei Regen, unterm Regenbogen. Smiley

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Auf dem Wege angucken oder nutzen:

Wer mit Enduro o.ä. anreist und gerne “Motocross” fährt, auch das ist in Dänemark möglich. Vier Kilometer weiter nördlich, in den Dünen, direkt am Strand, befindet sich ein Motocross-Gelände. GPS: 57° 44′ 34.12″ N, 10° 33′ 44.02″ E

Jütlands “Nordpol”

Wir haben den Norden Jütlands erreicht. In einem weiten Bogen, sich nach Osten neigend, folgen wir der Nordbucht “Skagens” und erreichen den nördlichsten Punkt der Landmasse Jütlands – und damit Dänemark … und das ist nicht die gleich im Anschluss folgende Landzunge “Grenen”, wie Touristen häufig annehmen. Der nördlichste Punkt des kontinentalen Dänemarks liegt über zwei Kilometer vorher, bei der Koordinate

GPS: 57° 45′ 7.90″ N, 10° 36′ 32.90″ E.

Und damit endet unsere Reise gen Norden auf Jütland, ab nun geht es nur noch südwärts weiter, zunächst aber zur Sandzunge

Grenen

GPS: 57° 44′ 41.47″ N, 10° 39′ 8.00″ E

Dort wo das, bei Sonne eher blau schimmernde, salzreichere Wasser der Nordsee am Skagerrak mit dem salzärmeren, eher smaragdgrün sich kleidende Wasser der Ostsee aus dem Kattegat zusammen treffen, dort ist ein weiteres “Mekka” für Touristen und nahezu ein Muss, wenn man vor Ort ist: Die Sandzunge 2013-08-27_152956_DSC47750Grenen”, von Touris oft fälschlich als nördlichster Punkt Dänemarks betrachtet (vgl. oben “Jütlands Nordpol”).

Hier kreuzen sich die Wellensysteme der beiden Meere und formen die Sandzunge immer wieder um. Mal neigt sie sich eher nach Norden, ein andermal 2009-08-30_173317_DSC_6309wieder mehr nach Osten. Der Ionenaustausch im Wasser ist wunderbar zu verfolgen, wenn man zwischen den Meeren aufs Meer hinaus blickt, sieht man sogar eine Linie kleiner Wasserhügel, welche die Trennlinie der Meere sichtbar macht. Und das Eigenartige dabei: Das Blau der Nordsee und das Grün der Ostsee scheinen sich nicht zu vermischen.

2009-08-30_164915_DSC_6183Hier ist im Sommer fast immer reger Tourismusbetrieb. Wer gut zu Fuß ist, kann vom Leuchtturm Skagen, bzw. vom Parkplatz des “Grenen Kunstmuseums” bequem zur Sandzunge am Strand entlang hinauslaufen (etwas mehr als ein Kilometer).

2013-08-27_153513_DSC47765Wer weniger gut zu Fuß ist, kann sich gegen geringe Gebühr von den “Sandormen” (deutsch: Sandwurm, das sind Traktoren mit Anhänger für den Touristentransport) hin- und wieder zurück transportieren lassen. Ein “Selfie”-Foto” von sich und der Landzunge wird wohl mancher mit nach Hause nehmen. Auch der Blick zurück zu den Leuchttürmen Skagens, beeindruckt mich immer wieder.

Sandormen(Fotoquelle: WikiMedia Commons)

Villa Guldmaj

GPS: 57° 44′ 28.98″ N, 10° 37′ 30.27″ E

2013-08-27_144421_DSC47736Als ambitionierter Hobbyfotograf interessieren mich natürlich auch schöne Häuser. Ein solches findet man in exklusiver Lage unmittelbar am Großparkplatz des bereits erwähnten Kunstmuseums (von welchem auch die “Sandormen” abfahren). Dazu muss man allerdings vom Parkplatz etwas nach Westen, durch ein kleines Wäldchen in die Dünen, wandern. Viele Touristen haben natürlich hauptsächlich “Grenen” im Sinn und kennen nach meiner Erfahrung die herrliche “Villa Guldmaj” (1911 erbaut von dem renommierten  Architekten “Thorvald Jørgensen”, +1946) nicht. Wer aber auch gerne mal Wege abseits wagt, bekommt das herrliche Anwesen dann vielleicht doch mal vor die Linse.

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Skagen Fyr

GPS: 57° 44′ 7.82″ N, 10° 37′ 48.68″ E

2009-08-30_180223_DSC_6389Südwärts führt unser Weg ab jetzt, zunächst zum Leuchtturm “Skagen Fyr”. Ein Aufstieg zur Aussichtsplattform lohnt allemal und bietet einen herrlichen Blick über Skagerrak und Kattegat bis weit über die Sandzunge “Grenen” hinaus und natürlich über die Stadt des Lichts “Skagen”. Allerdings ist die Atemluft beim Aufstieg manchmal ziemlich stickig und man wünscht sich, alle Fenster des Turmes wären geöffnet.

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Stadt des milden Lichts – Skagen

GPS: 57° 43′ 31.82″ N, 10° 35′ 51.68″ E

2013-08-30_201754_DSC49072ct“Stadt des milden Lichts”, die “gelbe Stadt”, das “Nizza des Nordens” diese und ähnliche Bezeichnungen kann man für das nördlichste Städtchen Jütlands und ganz Dänemarks, “Skagen”, immer wieder hören und lesen. Keiner Variante kann man ernsthaft widersprechen.

2013-08-30_201153_DSC49056ctEs war vor allem das einzigartig milde, teilweise unwirkliche Licht Norddänemarks, das bereits im 19. Jahrhundert viele Maler und Dichter anlockte und in Skagen eine kleine Künstlerkolonie entstehen ließ. Besondere Lichtverhältnisse sind es oft, die Maler in Künstlerkolonien zusammenführt. (Ähnliches kenne ich von “Pont Aven”, ganz im Südwesten der Bretagne, mit gefühlten 100 Galerien in dem kleinen Örtchen.)

Die in Skagen zusammengetroffenen Maler erhielten mit “Skagenmaler” sogar eine Art eigenes Markenzeichen. Berühmte Gemälde der Skagenmaler sind  sicher schon vielen Menschen, blaue_Stubevielleicht auch nur unbewusst, in Büchern, Kalendern und auf Postkarten begegnet. Und ihre Namen sind Kunstliebhabern garantiert ein Begriff: “Michael Ancher” aus Bornholm und Ehefrau “Anna Ancher”, eine echte Skagenerin (mir gefällt vor allem ihr Bild, “Sonnenschein in der blauen Stube” sehr), der Schwede “Oskar Björk”, “Holger Drachmann” und “Julius Exner”, beide gebürtige Kopenhagener, die beiden Norweger “Christian Krohg” und “Peder Severin Krøyer” und einige mehr.

P_S_Krøyer_1899_-_Sommeraften_ved_Skagens_strand._Kunstneren_og_hans_hustruVon letztgenanntem sind die Bilder “Sommerabend an Strande Skagens”, welches den Maler selbst nebst seiner Gemahlin bei einem Strandspaziergang mit Hund zeigt und “Anna Ancher und Marie Krøyer am Strande Skagens”, auf welchem Krøyers Ehefrau beim Spaziergang mit der Malerin “Anne Peder_Severin_Krøyer_-_Anna_Ancher_og_Marie_Krøyer_på_stranden_ved_SkagenAncher”  verewigt sind, wohl schon manchen Lesern begegnet. Beide Bilder vermitteln auf wunderbare Weise, wie das Licht des Nordens, vor allem gegen Abend, die ganze Gegend in wunderbar cremigen Pastelltönen erglühen lässt. – Ehrlich gesagt, an beiden Bildern kann ich mich kaum satt sehen. Alles in allem wehte zu Zeiten der Skagenmaler wohl ein dauerhafter Hauch von Bohème durch sie Stadt.
(Quelle aller Gemäldefotos: WikiMedia Commons)

Skagens_museumDen Malern ist heute das Haus des ehemaligen “Brøndum’schen Hotels” in welchem sich die Maler  zu ihren Kunstgesprächen, im noch im Original erhaltenen “Brøndum’schen Speisesaal”,  regelmäßig trafen und ihre Werke erörterten, als “Skagens Museum” gewidmet. In dem Speisesaal sind Portraitgemälde der Maler, die sie von sich gegenseitig fertigten, aufgereiht.  Man kann sich im Museumsshop auch reichlich mit Kunstdrucken, Postkarten etc., mit den Motiven der Skagenmaler, eindecken. Aus meiner Sicht unbedingt einen Besuch wert.
(Bildquelle Museum: WikiMedia Commons)
GPS Museum: 57° 43′ 28.99″ N, 10° 35′ 49.78″ E

2013-08-30_163759_DSC48958ctNicht minder sehenswert ist aber die Stadt selbst. Die Häuser, vor allem im Kernbereich der Altstadt (und das ist nicht “Gammel Skagen”, das am Skagerrak liegt!), sind durchwegs mit dem berühmten pastellweichen Skagengelb, mit einem Hauch Ocker, gestrichen 2013-08-30_164539_DSC48960ct(viele andere dänische Gemeinden ahmen dies heute nach, z.B. Løkken). Wiederum empfiehlt es sich, gerade in den Abendstunden durch die Stadt zu flanieren. Das rötliche Licht der Abendsonne lässt die Stadt zu einem wahren Augenschmaus erglühen.

2013-08-30_195308_DSC49026ctDie Stadtväter haben von den Malern also gelernt und begriffen, dass das Licht Skagens, geschickt genutzt, ein Besuchermagnet sein kann. Als Besucher könnte man gar den Eindruck gewinnen, Skagen lebe ausschließlich von dem teilweise auch schon extrem 2013-08-30_195132_DSC49023ctzu empfindenden Tourismus in den Sommermonaten. Doch das täuscht. Nach wie vor  spielt der Fischfang und der Hafen eine große Rolle:

Werften,  Fischverwertung mit Auktionshallen am Hafen gehören 2013-08-30_195545_DSC49033ctebenso zu Skagen, wie die heimelige Innenstadt. Viele nette kleine Gassen sind am besten zu Fuß zu erkunden. Von der eher modern gestalteten Innenstadt aus führen solche an einer Vielzahl gastronomischer Betriebe vorbei, hinunter zum Hafen. –

768px-SKG-Gammel-FyrtaarnAm Nordrand Skagens direkt am Kattegat gibt es noch den alten, ganz in weiß strahlenden Leuchtturm “Gammel Fyrtårn”, auch “Hvide Tårn” genannt, zu bestaunen.
GPS: 57° 43′ 44.61″ N, 10° 36′ 24.48″
(Fotoquelle: Wikimedia Commons)

Skagenvippefyr200 Meter weiter südlich, am Strand, ein nachgebildetes Wipp-Leuchtfeuer, wie man es als Seezeichen nutzte, bevor man Leichttürme baute.
GPS: 57° 43′ 36.43″ N, 10° 36′ 29.62″ E
(Fotoquelle: WikiMedia Commons)

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Skagen ist einfach wunderschön und unbedingt eines Besuchs wert.

Wir fahren die Primärstraße 40 nach Süden zurück. Nur einen Kilometer vor den Toren Skagens gibt es wieder etwas vor die Linse, die

Tilsandede Kirke

GPS: 57° 42′ 48.98″ N,  10° 33′ 1.93″ E

2013-08-31_151758_DSC49150ctEnde des 18. Jahrhunderts wurde die “St. Laurentii-Kirche”, wie sie einst hieß, von einer Wanderdüne erfasst und schließlich, nachdem man des Sandes nicht mehr Herr wurde, aufgegeben. Das Kirchenschiff wurde abgetragen, die unteren Meter der Mauern 2013-08-31_152035_DSC49163ctund der Kirchenboden sollen unter dem Sand aber noch erhalten sein. Der Turm selbst wurde als Seezeichen weiter genutzt. Seit 1903 steht die “Tilsandede Kirke” (deutsch: Versandete Kirche) unter Denkmalschutz und erfreut sich heute lebhaften 2013-08-31_152521_DSC49179ctTouristenbesuchs. Für Fotografen ist sie denn auch ein geniales Objekt. Umgeben ist sie von nunmehr bewachsenen Dünen und Heidelandschaft. Gegen einen geringen Obolus kann man den Turm besteigen und wird dafür aus den oberen Fenstern mit einem wunderbaren Blick über 2013-08-31_153107_DSC49194Skagen, dessen Hafen und schönem Blick aufs Kattegat und die herrliche Landschaft ringsumher belohnt. Und weil das so ist, hat man einige 100 Meter vor der Kirche einen Parkplatz mit Imbisskiosk angelegt.

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Wir folgen der Primärstraße 40 weiter nach Süden, entlang zu unserem nächsten Ziel, der lieblichen Hafenstadt

Frederikshavn – mit Palmenstrand

GPS: 57° 26′ 26.41″ N, 10° 32′ 19.77″ E

Hoffentlich sind die Akkus der Kamera gut geladen, denn in “Frederikshavn” wird es reichlich reichlich Gelegenheit geben, sie leer zu knipsen.

2013-08-25_135611_DSC47028Frederikshavn ist nicht nur Dänemark-Fans ein Begriff. Auch den Norwegen- und Schweden-Reisenden dürften die umtriebigen Fährterminals, für die Überfahrt nach Oslo oder Göteborg, bekannt sein. Viele Deutsche schiffen hier ein, weil die Fähre dann deutlich billiger ist, als wenn man die Fähren vom deutschen Kiel ausfahrend nutzt. Und natürlich ist auch die Güterschifffahrt hier stark vertreten.

2013-08-25_140530_DSC47045ctGleich am Hafen ein Objekt für die Kameralinse, der “Krudttårnet”, der imposante Pulverturm aus dem 17. Jahrhundert, blendend weiß gestrichen und das Wahrzeichen Frederikshavn. Er kann bestiegen werden und man kann vom Wehrgang auf Hafen und Stadt herabblicken… aber nicht weit, denn hoch ist er wahrlich nicht. Ich habe ihn nicht gemessen, aber höher 15, höchstens 17 Meter wird er wohl nicht sein. Unterm Dach sind Kanonen und Waffen des sich im Turm befindlichen Museums zu bestaunen, ein beredtes Zeugnis dänischer Militärgeschichte.
GPS: 57° 26′ 23.29″ N, 10° 32′ 27.00″ E

frederikshavn_kirkeGleich gegenüber, auf der anderen Straßenseite, eingebettet in eine kleine Parkanlage, die neoromanische “Frederikshavn Kirke” aus dem 19. Jahrhundert, eine der größten Kirchen Dänemarks und überhaupt nicht im sonst in Dänemark üblichen Stil mit Satteldach auf dem Turm. Sie hat ein Spitzdach auf dem zentralen Turm, der von vier kleeblattartig angeordneten Rundschiffen getragen wird. Diese Kirche könnte ihrer Bauart nach ohne weiteres auch in Deutschland stehen. (Fotoquelle: WikiMedia Commons)
GPS: 57° 26′ 25.72″ N,  10° 32′ 17.66″ E

2009-08-30_134503_DSC_6016Mich zieht vor allem ein Highlight immer wieder nach Frederikshavn: Im nördlichen Teil der Stadt, an der Primärstraße 40 gelegen, gibt es eine wirklich putzige alte Fischersiedlung, “Fiskerklyngen”, zu bestaunen. Es ist der älteste Stadtteil Frederikshavns und 2009-08-30_134253_DSC_6010ctstammt ursprünglich aus dem 16. Jahrhundert. Die heutige Bebauung stammt allerdings erst aus dem 18. und 19. Jahrhundert – und die hat es wirklich in sich. Gleich an der Primärstraße, an der Einmündung des Frydenstrandsvej, gibt es einen Parkplatz. Die Gässchen der Siedlung sollte man wirklich zu Fuß ablaufen.

2009-08-30_134945_DSC_6023ctDie kleinen Häuschen, meist einstöckig liegen an lieblichen, mit Kopfstein gepflasterten Gassen, sind durchwegs in dem uns schon bekannten Skagengelb gekalkt und mit roten Ziegeldächern gedeckt – ein toller Kontrast! Von den Bewohnern ist die Siedlung liebevoll mit allerlei Blumenzierde geschmückt.

2013-08-25_145239_DSC47068ctAlleine hier kann  man einen Akkupack der Kamera locker leerknipsen. Ich meine: Wer Fiskerklyngen nicht gesehen hat, war nicht in Frederikshavn.
GPS: 57° 26′ 52.83″ N, 10° 32′ 24.61″ E

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Auf dem Wege besuchen:

924px-Frederikshavn_-_CloostårnetWir begeben und weiter nach Süden, durchfahren auf der Sekundärstraße 585 den Vorort “Kilden”. Knapp 1 Kilometer nach der Ortschaft gibt es etwas für Leute, die gerne viel, nein, sehr viel Weitsicht haben möchten. Der wird geboten vor den Toren Frederikshavns von einem, auch noch auf einer Anhöhe stehenden, sehr modernen Aussichtsturm, dem “Cloostårnet”.
Adresse: Brønderslevvej 61, DK-9900 Frederikshavn,
(Fotoquelle: WikiMedia Commons)
GPS: 57° 25′ 16.35″ N, 10° 27′ 59.93″ E

Nur 2 Kilometer östlich davon schon das nächste Highlight. Hier  empfiehlt sich ein Besuch des Museums 

Bangsbo

GPS: 57° 25′ 13.62″ N, 10° 30′ 4.88″ E

2013-08-26_103833_DSC47104Das Museum “Bangsbo” ist in einem alten, dreiflügeligen Herrensitz untergebracht. Im Museum kann man ein  außergewöhnliches Handelsschiff, ähnlich einem Wikingerschiff, die “Ellingåskibet”, aus dem 12. Jahrhundert, bestaunen sowie eine Sammlung von Gallionsfiguren, 2013-08-26_103546_DSC47100eine Kutschensammlung u.v.m. Die Anlage bietet einen Kräutergarten, englischen Rosengarten, einen botanischen Garten mit Bonsai-Sammlung und, was mich besonders beeindruckte, einen wunderbaren “Nutzsteingarten”.  

2013-08-26_104450_DSC47118Was ist nun ein Nutzsteingarten? Nun, dieser “Stenhave” geht auf den Schriftststeller “Johannes Boolsen”  (1895-1985), zurück. Er sammelte allerlei Gebrauchs- und Nutzsteine, z.B. Mühlsteine, Taufsteine, Reliefsteine, auch alte Grabplatten, Pollern, Stelen, kleine 2013-08-26_104930_DSC47130Obelisken. Und diese Steine hat man nun wunderbar arrangiert, eben zu einem Nutzsteingarten, eingebettet in eine herrliche Parkanlage mit Blumen, auch Orchideen. Es ist ein wahrer Augenschmaus, was hier – Eintritt zur Parkanlage übrigens frei – dem Besucher geboten wird.

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Auf dem Wege angucken:

Unweit vom Museum “Bangsbo” kann man in Dänemark sogar einmal Serpentinen auf eine Anhöhe hinauf fahren. Dort befindet sich ein ansehnlicher Parkplatz mit Tischen und Bänken, die zur Brotzeit einladen. Doch er bietet noch mehr, nämlich einen fantastischen Blick über die wunderbare Landschaft und weit hinaus aufs Kattegat.
GPS: 57° 23’ 22,28” N, 10° 29’ 7.32” E

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Viel gesehen heute und viel gelaufen? Eine Erfrischung, etwas Ruhe und Entspannung erwünscht? Kein Problem. Wir fahren zurück nach Frederikshavn und suchen Erholung am

Palmenstrand

GPS: 57°27’40.18″N, 10°32’24.90″E

2013-08-24_194104_DSC46887Richtig gelesen! Palmenstrand! Und ja, in Dänemark; –  und ja, weit im Norden, in Frederikshavn kann man an einem solchen “chillen”, wie die jungen Leute das heute nennen.

Zugegeben, Palmen am Strand sind jetzt kein Beispiel für die 2013-08-24_195225_DSC46916typisch dänische Flora und auch eingeräumt, der Palmestrand in Frederikshavn ist gärtnerisch angelegt. Aber wenn deutsche Städte heute künstliche Sand-Strände an ihren Flüssen für Sonnenhungrige anlegen, warum sollen der Frederikshavner 2013-08-24_195912_DSC46950nicht einen vorhandenen Strand mit echten Palmen fürs Auge anlegen? Man darf am Kattegat keine Wassertemperatur wie in der Südsee erwarten, schon klar. Zum Entspannen, für ein Sonnenbad und danach zu frischer Abkühlung ins Wasser zu hüpfen ist der Palmenstrand aber allemal eine gute Idee der Stadtväter. Übrigens haben die mitgedacht und vor dem Palmenstrand einen großen Parkplatz angelegt.

2013-08-24_194531_DSC46895Gut, faul am Palmenstrand herumzuliegen ist nicht jedermanns Sache, meine auch nicht. Deshalb könnte man ja den Damen ja den Sonnengenuss überlassen und wir Männer suchen, wie es unsere Natur ist, das Abenteuer…

 

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…etwa mit einer kleinen Seefahrt auf eine einsame, verlassene Insel, z.B. nach

Hirsholm

GPS: 57° 29′ 6.41″ N, 10° 37′ 25.54″ E

2013-08-29_102622_DSC48174Für 130 DKK (ca. 18 EUR), Kinder 105 DKK (ca. 15 EUR) kann man vom Hafen in Frederikshavn mit dem Bootstaxi, dem “Seadog”, nach “Hirsholm”, übersetzen. Sie liegt knapp 7 Kilometer vor der Stadt und gehört der nördlichsten Inselgruppe Dänemarks, “Hirsholmene” im Kattegat, an. Die Gruppe besteht aus zehn Inseln, von welchen nur die südlichste, also “Hirsholm” eine Siedlung aufweist. Die Überfahrt dauert etwa 20 Minuten. Maximal 12 Personen kann das Schiffchen aufnehmen. Es empfiehlt sich an Ferientagen deshalb per Internet im voraus zu buchen. Die Rückfahrt ist im Preis inbegriffen.
GPS Anlegestelle: 57° 26′ 22.59″ N, 10° 32′ 56.13″ E

2013-08-29_113758_DSC48257Schon bei der Annäherung an die Insel begrüßt uns der markante Leuchturm “Hirsholm Fyr”, etwa 27 Meter hoch. Und häää???? Da sind ja Häuser? Hat uns der Autor nicht eine einsame, verlassene Insel versprochen? Hat er! Und er hat 2013-08-29_114903_DSC48300nicht gelogen. Die Insel ist seit 2009 unbewohnt. Die Häuser stehen leer… meistens jedenfalls. Sie werden von den Eigentümern nur hie und da als Sommerhaus genutzt. Die Stimmung auf “Hirsholm” ist daher eine ganz besondere. Gleich an den Anlegeplatz 2013-08-29_125819_DSC48323unseres Bootstaxis schließt eine Naturwiese an, ausgestattet mit Tischen und Bänken, die zur – hoffentlich mitgebrachten – Brotzeit einladen.

Dasitzen, ein bisschen lesen, mitgebrachten Kaffee und Vesper einnehmen, auf der Insel umherspazieren, Möwen füttern, viel 2013-08-29_130400_DSC48360fotografieren, villeicht etwas baden oder auf den Leuchtturm hinaufsteigen … nein, das durften wir leider nicht. Ein Schild “Adgang forbudt” (Betreten verboten) und eine verschlossene Türe hinderten uns leider daran – schade.

In jedem Falle findet man auf “Hirsholm” Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe. – und wenn man gute Augen hat, dann sehen wir drüben, am “Palmenstrand”, in Frederikshavn vielleicht unsere Mädels beim “Grillen” in der Sonne. Man muss aber schon sehr gute Augen … oder ein gutes Fernglas dabei haben. Smiley

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Zurück in Frederikshavn verlassen wir die quirlige Stadt und begeben uns weiter auf unserem Weg nach Süden und kommen an einem sehenswerten Renaissance-Schloss vorbei, nämlich

Schloss Voergård

GPS: 57° 14′ 32.72″ N, 10° 20′ 12.89” E

2013-08-26_124139_DSC47212ctSchloss Voergård” ist im Besitz einer Stiftung. Abergläubige halten es für ein “Spukschloss”. Ritter, tyrannische Bischöfe sollen darin zu alten Zeiten gehaust haben. Gar ein umherirrender Geist, eine “weiße Frau”, soll mehrfach “gesichtet” worden sein.

Nun, Geister haben 2013-08-26_124242_DSC47217wir aber keine gesehen, dafür hat uns das Portal des Schlosses mächtig beeindruckt. Dieses aus Sandstein gefertigte Portal war ursprünglich eigentlich für das königliche Schloss “Frederiksborg”, auf Seeland, vorgesehen, gelangte aber als Geschenk König Friedrich II. 2013-08-26_124810_DSC47234ctnach Voergård. Das ansonsten aber aus Backstein erbaute Schloss ist von einem Wassergraben umgeben, welchen man gemütlich umwandeln und dabei das Bauwerk von allen Seiten gut betrachten und natürlich auch fotografieren kann.

2013-08-26_125907_DSC47274ct

Wir haben eine weitere fast Etappe geschafft. Auf unserer weiteren Fahrt an der Küste des Kattegats entlang, erreichen wir nun ihr Ziel, das Hafenstädtchen

Hals

GPS: 56° 59′ 28.59″ N, 10° 18′ 17.83″ E

“Hals” lebt vor allem vom Tourismus mit vielen Ferienhäusern/-wohnungen und sehenswert ist dort evtl. eine Festung mit vier Bastionen sowie das “Hals-Museum”. Beides haben wir uns nicht angesehen, aber wenn ich Hals dennoch als Ziel erwähne dann wegen seiner Lage direkt am östlichen Ausgang des “Limfjords”, am Kattegat.

2013-09-05_164515_DSC50836Hals – mit Mündungsdelta des Limfjords ins Kattegat

Angekommen in Hals ist der Umrundung der “Nordjütischen Insel” und damit diesem Beitrag “An Skagerrak und Kattegat” ein natürliches Ende gesetzt. Wir können uns der nächsten Etappe zuwenden: dem “Limfjord”.

Kurt O. Wörl

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