Der Limfjord

Stand 25.03.2016

LimfjordIn “An Skagerrak und Kattegat” haben wir, von Hirtshals ausgehend, den Nordzipfel der “Nordjütischen Insel” entlang der Küste umrundet und diesen Bereich bei “Hals” abgeschlossen. Ausgespart wurden aber Ziele, welche zwar auf der Nordjütischen Insel liegen, aber eben auch nahe dem “Limfjord”. Der Erkundung dieser außergewöhnlichen “Meerenge” – und was es rund um dieser und in ihr zu bestaunen gibt – soll nun dieser Beitrag gewidmet sein. Die Karte oben zeigt die nachfolgend beschriebenen Ziele in diesem Abschnitt an (zum Vergrößern Grafik anklicken).

Den “Limfjord” muss man in der Tat als eine “Meerenge” (oder “Sund”) betrachten, denn es handelt sich dabei tatsächlich um ein reguläres Meeresgewässer, beginnend beim Durchbruch im Westen an der Nordsee, bei “Thyborøn” und endend im Osten am “Kattegat”, bei Hals. Das Gewässer durchzieht also den ganzen Norden Dänemarks und trennt auf diese Weise die “Nordjütische Insel” von Jütlands Festland.

Dem Reisenden fällt der Meerescharakter des Limfjords meist gar nicht auf, denn das im Westen und Osten geöffnete Binnenmeer wird häufig durch Brücken überspannt, hat sowohl weite Wasserflächen, die uns wie Binnenseen erscheinen, als auch engere Bereiche, die uns eher an Flusslandschaften erinnern. Es ist aber ein Meeresgewässer mit Salzwasser und allem was zu einer ordentlichen Meerenge gehört. Die oben gezeigte Grafik mag diese eigenartige geologische Beschaffenheit des Limfjords etwas verdeutlichen. Der Wortteil “Fjord” im Namen des Gewässers ist auch nicht völlig verkehrt, auch wenn uns im Kopfe bei “Fjord” eher Bilder von Bergen gesäumten Fjorden in Norwegen erscheinen. Und die Meerenge ist erdgeschichtlich noch jung, sehr jung! Sie entstand erst anlässlich einer Flut erst im Februar 1825.

Und weil uns unsere bisherige Rundreise zuletzt nach “Hals”, am Ostausgang des Limfjords, führte, wollen wir auch von hier aus unsere Reise fortsetzen.

2013-09-05_164515_DSC50836Wir haben mit der kleinen Fähre in Hals das Mündungsdelta des Limfjords überquert. Hier beginnend hat der Limfjord – nach Westen geblickt – noch den Charakter eines breiten Stromes, den er bis zur Stadt “Ålborg” – und etwas darüber hinaus – auch beibehalten wird. Wir befinden nun übrigens auf der Halbinsel “Himmerland”.  Da es entlang des Südufers vorerst nichts Erwähnenswertes zu sehen gibt (wir haben jedenfalls nichts entdeckt) fahren wir von “Hals” aus, über die Sekundärstraßen 541 und 595, dem Südufer des Limfjords folgend, direkt ins ca. 25 Kilometer landeinwärts gelegene

Ålborg

GPS: 57° 2’ 50.33” N, 9° 55’ 13.88” E

2013-08-26_134151_DSC47278ctEin Hafen, eine wunderbare Altstadt, eine Fußgängerzone mit reichlich Cafés und anderer Gastronomie und eine ziemlich beeindruckende  Shopping-Meile, in der man die Urlaubskasse prächtig schmälern kann, erwarten uns in der drittgrößten Stadt Dänemarks.

Bereits 1992 feierte die Stadt ihr 1300-Jahre-Jubiläum. Wer Kümmelschnaps mag, hier wird der berühmte dänische “Ålborg Akvavit” (Akvavit = Wasser des Lebens) hergestellt, der nach üppigem Mahle ein wohliges Gefühl im Magen auszubreiten versteht, sofern er – wie es sich gehört – eiskalt serviert wurde.

2013-08-26_135320_DSC47285Blitzsauber präsentiert sich die Stadt und wunderbar restaurierte alte Häuschen bilden einen gar nicht störenden Kontrast zur natürlich auch vorhandenen modernen Architektur.

2013-08-26_141420_DSC47319ctWie so oft haben es uns vor allem wieder die wunderbar heimeligen alten Gassen, mit ihren herrlichen kleinen, bunten Häusern angetan, welche doch immer wieder großen Anteil am Charme Dänemarks für Urlauber ausmachen. GPS: 57° 2’ 44.53” N, 9° 55’ 39.58” E

jens_bangs_stenhusctDas am meisten fotografierte Gebäude der Stadt dürfte wohl das “Jens Bangs Stenhus” sein, ein fünfgeschossiges Patrizierhaus im Renaissance-Stil, erbaut von dem Kaufmann “Jens Bang” im 17. Jahrhundert. (Bildquelle: WikiMedia Commons) Adresse: Østergade 9, DK-9000 Ålborg, GPS: 57° 2′ 54.46″ N, 9° 55′ 15.63″ E

Schloss_AalborghusAuch sehenswert, das “Ålburghus Slot”, direkt am Südufer des Limfjords gelegen, aus dem 16. Jahrhundert. Mit festem Mauerwerk allen Angriffen im Mittelalters von außen her gewachsen, wird man über das filigrane Fachwerk der Gebäude vom Innenhof her erstaunt sein. (Bildquelle: WikiMedia Commons) Adresse: Slotpladsen 1, DK-9000 Ålborg GPS: 57° 2′ 57.91″ N,  9° 55′ 27.17″ E

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Andere mögen es anders sehen, aber für mich ist Ålborg, nach “Kopenhagen” und noch vor “Århus”, die besuchenswerteste Stadt Dänemarks. Und da ist eine Sehenswürdigkeit etwas außerhalb der Stadt, jenseits des Limfjords, in “Nørresundby”, nur noch das Tüpfelchen auf dem “i”, nämlich die

Lindholm Høje

GPS Parkplatz: 57° 4′ 42.76″ N, 9° 54′ 44.54″ E

2009-08-29_130356_DSC_5925Erst in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden in einem kleinen Waldgebiet bei “Nørresundby”, auf der “Lindholm Høje”, von Archäologen über 600 Wikingergräber entdeckt. Die Gräber sind mit Steinsetzungen in Bootsform markiert. Ein Besuch dort ist wirklich empfehlenswert, denn die Stimmung in der heute parkähnlich angelegten alten Grabstätte ist einmalig. Dafür lohnen sich 1 bis 2 Stunden der Reise einzuplanen allemal.

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Der Weg nach Lindholm Høje ließ uns einen Abstecher auf die Nordseite des Limfjords unternehmen. Aber wir wollen dem Verlauf des Sunds weiter auf der Südseite folgen. Wir können nun (etwas schneller) über die Primärstraße 187 zu unserem nächsten Ziel fahren, ich empfehle aber eine Nebenstraße (Nørholmsvej) zu nehmen, also über 

“Nørholm Enge” (GPS: 57° 2′ 5.76″ N, 9° 47′ 42.46″ E)  und “Nørholm” (GPS: 57° 1′ 39.08″ N, 9° 40′ 50.11″ E).

2013-09-05_192255_DSC50871Die Strecke bietet uns den Vorteil eines hie und da atemberaubenden Blickes über den Limfjord, der in diesem Bereich die Bezeichnung  “Nibe Bredning” (Nibe Bucht) trägt. Außerdem haben wir so auch Gelegenheit – wo es gefällt – am Wasser anzuhalten und unsere Gedanken schweifen zu lassen. Egal wie man fährt, ca. 25 Kilometer südwestlich von Ålborg erreichen wir unser neues Ziel, nämlich

Nibe

GPS: 56° 58′ 56.95″ N, 9° 38′ 20.58″ E

nibe3Am “Nibe Bredning” gelegen, präsentiert sich mit “Nibe” eine heimelige Kleinstadt mit rund 5000 Einwohnern. Wieder wunderbar, die alten, kleinen, teilweise herrlich restaurierten Häuschen, ein wunderbarer zentraler Marktplatz (die Koordinaten oben nibe5führen direkt hierher, wo es auch hinreichend  Parkplätze gibt) mit Straßencafé und einem recht repräsentativen Gebäude, einer ehemaligen Polizeiwache.

Auf unseren Reisen hier vorbei halten wir grundsätzlich an, mindestens um eine Kaffeepause im “Torvecaféen” einzulegen, aber hie und da nibe2auch, um in der wirklich sehr guten Pizzeria “Reina”, gleich um die Ecke, eine Mahlzeit einzunehmen – da gibt es übrigens auch exzellent bereitetes “Smørrebrød”.

 

nibe6Für die bisherigen, sicher arg “lomografisch” wirkenden Fotos von “Nibe”, aus dem Jahre 2002, bitte ich um Nachsicht. Sie wurden von Dias, auch noch mit einem grottenschlechten Scanner und dazu noch zu klein, digitalisiert. Hat aber auch wieder irgendwo Charme. Nachfolgend wird’s wieder besser.

2013-09-05_192009_DSC50852Jedenfalls: kommen wir in den Abendstunden hier vorbei, dann verbringen wir sicher, wie das Amen in der Kirche, die Zeit des Sonnenuntergangs an einem Steg am Ufer des Limfjords, um das atemberaubende Licht der sinkenden Sonne und ihre wunderbaren Spiegelungen im Wasser zu genießen.

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Steg am Limfrord bei Nibe (GPS: 56° 59′ 2.87″ N, 9° 37′ 49.82″ E)

Genug geträumt, wir folgen der Sekundärstraße 567 weiter nach Westen, über die Nehrung mit Brücke, welche den “Sebbersund” vom Limfjord trennt und erreichen – nach rund 26 Kilometer – die kreuzende Primärstraße 29, kurz vor “Løgstør”. Bevor wir die Kleinstadt aber aufsuchen, folgen wir der genannten Primärstraße nach Norden und werden wieder für einen Moment dem Südufer des Limfjords untreu, indem wir die Aggersund-Brücke zum Nordufer nach “Aggersund” überqueren (übrigens endet hier der Flusscharakter des Limfjords endgültig, ab hier nach Westen ist er ein Flächenmeer).

In “Aggersund” biegen wir links in den Aggersborgvej ab und folgen diesem ca. 2 Kilometer. Wir erreichen ein sehr empfehlenswertes Zwischenziel, nämlich die Kreiswallanlage

Aggersborg

GPS: 56° 59′ 43.27″ N, 9° 15′ 17.80″ E

2013-09-04_153854_DSC50436Die “Aggersborg” ist die größte Wikingerburg Dänemarks. Sie liegt auf einer leichten Anhöhe und bietet einen herrlichen Blick auf den Limfjord, dessen Abschnitt ab hier “Aggersund”, wie das gleichnamige Dörfchen, genannt wird.

2013-09-04_154019_DSC50440Zwei, von der Kommunen regelmäßig zum Begehen gemähte Wege kreuzen sich in der Mitte des Wallkreises, wo sich dann ein Zentralstein malerisch erhebt. Über diesem, so wird erzählt, sei manchmal die Schwerkraft aufgehoben. Unsere Tochter musste dafür natürlich sofort den Beweis antreten. Smiley

2007-09-04_130948_100_5319Unmittelbar am Nordrand der Kreiswallanlage befindet sich eine herrlich gelegene Kirche, die “Aggersborg Kirke”, mit Friedhof. Ich habe selten so einen Liebevoll gepflegten “Gottesacker” gesehen.

2009-08-23_154425_DSC_4509Die Stimmung an diesem wirklich magisch wirkenden Ort in der Wikingerburg ist unglaublich, sehr beruhigend  und lädt zum längeren Verweilen ein. Hierfür hat die Gemeinde Aggersborg, an der Kirche, am Parkplatz, mit Tischen und Bänken bestens vorgesorgt.

2009-08-23_153026_DSC_4450Blick vom Zentralstein der Wikingerburg über den Aggersund

Unser kleiner Abstecher aufs Nordufer soll hier enden. Wir fahren wieder zurück über die übrigens beeindruckende Aggersundbrücke, in stählerner Bogenbauweise und steuern ein lohnenswertes Ziel gleich in der Nähe an, in die Kleinstadt

Løgstør

GPS: 56° 57′ 59.42″ N, 9° 15′ 7.26″ E

2013-09-04_164257_DSC50561Løgstør” ist ein niedliches, kleines aber durchaus quirliges Städtchen, mit  verkehrsberuhigtem Bereich in der Einkaufsmeile und einer in Dänemark eher selten zu findenden Kirche im neugotischen Stil aus Backstein und mit Spitzdach auf dem Turm. Man fühlt sich hier irgendwie sofort wohl dort.

2013-09-04_161418_DSC50479Bei den Touristen wird aber das “Limfjord-Museum”, in einem fast mediterranen Baustil, gelegen am “Frederik-VII.-Kanal”, wohl am bekanntesten sein. – Nahe dem Museum führt außerdem eine 25 Tonnen schwere Drehbrücke über den kleinen Kanal, die einmal im Jahr von Touristen für Touristen geöffnet und wieder geschlossen wird. GPS: 56° 57′ 51.67″ N, 9° 14′ 26.31″ E

2013-09-04_162645_DSC50527König Frederik VII. ließ den vier Kilometer langen Kanal entlang der westlichen Limfjordküste, in Løgstør, ab 1856 bauen, weil eine der Stadt vorgelagerte, ständig wachsende Sandbank den Schiffsverkehr behinderte. Der Wall zwischen Limfjord und dem 2013-09-04_161526_DSC50482Kanal besteht aus dem Aushub aus dem Kanal. Im Juli 1861 wurde er eingeweiht. Tausende Schiffe wurden seit der Eröffnung mit Treidelpferden durch den Kanal gezogen. Die größte Anzahl wurde von 1898 bis 1899 registriert: genau 2923 mal mussten die Pferde in dieser Zeit ihren Dienst verrichten.

2013-09-04_161445_DSC50481Lange war der Kanal aber nicht in Betrieb. Bereits 1913 wurde der Betrieb schon wieder eingestellt, weil es mit modernerem Grabungsgerät gelang, eine Fahrrinne durch die 2009-08-23_150209_DSC_4443Sandbank zu graben und freizuhalten. Heute ist der Kanal nur noch nach Norden hin für Hobbyseeleute geöffnet und bildet ein idyllisches Kleinod für Besucher. Die Treidelwege stehen nun für erholsame, wenig anstrengende Wanderungen jedermann zur Verfügung. Sehr empfehlenswert!

Limfjordmuseum in Løgstør, Dänemark“Limfordmuseum” von hinten

Südwärts geht’s weiter. Wir folgen der Sekundärstraße 533 etwa 12 Kilometer nach Süden und erreichen hier, direkt an der Straße gelegen, das

Kloster Vitskøl

GPS: 56° 52 ‚6.23″ N, 9° 12‘ 47.04″ E

vitskoel_klosterctDas ehemalige Zisterzienserkloster “Vitskøl” (Vitskøl = “Weiße Schule”) stammt aus dem 12. Jahrhundert. Heute beherbergt es eine Schule. Hie und da nutzen auch die Brüder des dänischen Freimaurerordens die Anlage für Zusammenkünfte und es werden hier auch “Middelalderdage” (Mittelaltertage) abgehalten. (Bildquelle: WikiMedia Commons)

Die Ruinen der einst zum Kloster gehörenden Abteikirche sind noch nördlich des Dreiflügelbaus zu besichtigen. Auch für manchen interessant: Es gibt hier einen sehenswerten Kräutergarten mit über 100 Heilkräuterpflanzen und Kräutern, aus denen man Schnaps brennt.

Vitskolct(Bildquelle: WikiMedia Commons)

Auf dem Wege angucken:

trend2-sun

Wir fahren weiter und folgen unserer Straße, die zwei Kilometer nach dem Kloster, bei “Trend”, direkt an der “Bjørnsbugt” des Limfjords vorbei führt. Hier lohnt es sich immer Halt zu machen, vor allem am Abend, wenn jenseits des Gewässers manchmal wirklich atemberaubende Sonnenuntergänge zu beobachten sind. Eines meiner liebsten Bilder – ich könnte darin versinken – habe ich exakt an der Stelle aufgenommen, an welcher die Straße dem “Trend-Strand” am nächsten kommt – leider noch analog aufgenommen und leider viel zu klein vom Dia gescannt). GPS: 56° 51′ 14.93″ N, 9° 12′ 44.88″ E

limfjord8-sunset

Weitere sieben Kilometer südlich von “Trend”:

Unser Kartofler “Kjær’s Stalddørssalg”

GPS: 56° 47′ 47.65″ N, 9° 12′ 39.33 „E

2009-08-23_135355_DSC_4308ctAuch in Dänemark weilend, muss man hie und da der inneren Energiemaschine schon mal Kraftstoff zuführen. Klar, Aldi, Lidl, Dagli- und Super Brugsen etc. gibt es zum Einkauf von Lebensmitteln in Dänemark in jeder Kommune. Aber wenn es um frisches Gemüse geht, setzen wir generell auf Ware aus lokalem Anbau. Wie schön, dass es in Dänemark die sog. “Kartofler” gibt. Das sind entweder kleine Verkaufsstände vor dem Bauernhof oder – wie bei unserem Lieblings-Kartofler, dem “Kjær’s Stalddørssalg” – ein zum Gemüseladen umgebauter Gebäudeanteil des Hofes. Und wie der Name schon sagt, kann man hier natürlich auch Kartoffeln erstehen. Sind wir auf Jütland, hier müssen wir immer wieder hin und nehmen dafür sogar weite Anfahrtswege in Kauf.

2009-08-23_135515_DSC_4313Das Besondere daran: Man kann rund um die Uhr Gemüse kaufen und es gibt in aller Regel kein Verkaufspersonal. Selbstbedienung ist angesagt! Man nimmt was man braucht (die Preise  sind jeweils angeschrieben), addiert selbst den Zahlbetrag und wirft ihn in ein dafür vorgesehenes Behältnis. Manchmal ist das einfach ein alter Milcheimer, dessen Deckel mit Schlitz oft noch nicht einmal versperrt ist. Niemand klaut das Geld, niemand betrügt. Wer es doch täte, wäre ein arger Schurke und sollte sich wirklich schämen, das große Vertrauen, welches in Dänemark ganz allgemein herrscht, für seine Diebstähle auszunutzen.

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Kurz vor “Gedsted” muss ich stets eine Entscheidung fällen: Fahre ich weiter um den “Lovns Bredning” und den ”Hiarbæk Fjord” über “Løgstrup” nach “Skive” oder nehme ich eine Abkürzung mit der Fähre von “Hvalpsund” über den Hvalpsund nach “Sundsøre”. Bisher gewann immer die Fähre. Deshalb werden wird ebenfalls diese kurze Strecke strecke nehmen. Die hat einige Vorteile (wir versäumen nicht viel, denn die deutlich längere Alternativstrecke bietet nicht viel Sehenswertes).

Auf dem Wege: Kaffeepause mit Kunst

GPS: 56° 42′ 29.32″ N,  9° 10′ 25.51″ E

2006-10-04_141700_100_3094Nach nicht einmal 10 Minuten haben wir von Hvalpsund übergesetzt nach Sundsøre, auf der Halbinsel “Salling”. Und jetzt haben wir uns eine gemütliche Kaffeepause verdient. Denn gleich nach dem Fähranleger können wir im “Sundsørehus” entweder eine Mahlzeit einnehmen oder auch nur Kaffee und – was ich besonders empfehle – den wunderbaren “Æblekage” nach Art des Hauses bestellen.

ÆblekageWas das ist?  “Æblekage” ist jedenfalls nichts für die schlanke Linie. Soweit unsere Analyse stimmt, besteht der Traum von Süße aus gesüßten gekochten Äpfeln, mit gerösteten Paniermehl-, Krokant- oder Nussschichten – oder alles zusammen – und einer wahren Orgie von schwerer, nicht minder süßer Sahne. Wer dänisch kann, ich habe hier ein Rezept dafür gefunden. Per Google-Übersetzung sieht das dann in ungefährem Deutsch >so< aus. Danach hat unser Gehirn genug Zucker zum Arbeiten erwischt und diesen Leistungsschub können wir im ersten Stock des Restaurants gleich nutzen: Allerlei Kleinkunst wird dem Auge und einem – dafür hoffentlich gut gefüllten – Geldbeutel geboten. Und wer müde ist, kann sich dort auch ein Zimmer mieten. Außerdem haben wir den Wirt als – typisch-dänisch – sehr kinderfreundlich erlebt, wie ich >hier< schon mal beschrieben hatte. Wir könnten jetzt etwas nach Süden fahren, nach

Skive

GPS: 56° 33′ 54.09″ N, 9° 1′ 25.86″ E

2009-09-02_134451_DSC_6996Allerdings wüsste ich nicht recht, warum ich Sie in diese Stadt locken sollte. Klar, sie hat immerhin rund 28.000 Einwohner, natürlich auch Museen und man kann dort einkaufen. Die heute anzutreffenden Häuser sind kaum älter als 100 Jahre und selbst die Reiseführer bedenken die Stadt durchgehend nur mit wenigen Worten am Rande. Also wenn man nicht nach Skive kommt, versäumt hat man nicht viel. Das Einzige, was ich im Lichtbild festgehalten habe, waren diese ulkigen Kunstbäume. Es hat schon einen Grund, warum die auch “Margeritenroute” die Stadt im wahrsten Sinne des Wortes links liegen lässt. Die führt nämlich von Sundsøre nicht nach links, sondern nach rechts, hinauf zum Nordkap der Halbinsel “Salling”.

Dort empfehle ich bei “Branden” mit einer schnuckelig kleinen Fähre (GPS Fähranleger: 56° 48′ 0.27″ N, 9° 1′ 33.01″ E) überzusetzen auf die

Insel Fur

GPS:  56°48’15.57″N, 9° 1’15.33″E 

2007-09-03_154153_100_5195Fur”, eine kleine Insel mitten im Limfjord, mit nur wenigen Dörfern hat nun nicht die sehenswerten Gebäude, aber sie hat geologische Sehenswürdigkeiten, die machen fast sprachlos. “Fur” hat sehr schöne Strände, ist aber bei den Touristen wegen des Rotsteins und der über 55 Mio. Jahre 2007-09-03_160510_100_5210alten Molèrablagerungen und -klippen so beliebt. Dazu muss man sich an die Nordküste der Insel begeben. Die aufgewalkten Steilklippen findet man vor allem am westlichen Ende der Nordküste. (GPS: 56° 50′ 17.94″ N, 8° 57′ 58.49″ E) Wer die ganze Pracht sehen will, man kann die rund 8 Kilometer lange Nordküste durchaus an einem Tag ablaufen. Sie stammen aus der Zeit, als noch das Molèrmeer Dänemark bedeckte. Wer gute Augen hat, der wird in den deutlich sichtbaren Sedimentschichten bei seiner Suche nach Versteinerungen vielleicht fündig. Auch muss es irgendwann in grauer Vorzeit auf 2007-09-03_164455_100_5214Erden öfter gewaltige Ausbrüche von Vulkanen gegeben haben, denn in den Sedimenten findet man eine Reihe dicker, schwarzer Ascheschichten. Interessant ist zu bestaunen, wie die Erde arbeitet und das Erdreich walkt und biegt. sicher auch eine Folge der abschmelzenden Gletscher nach der großen Eiszeit, die erst die Erdaufbrüche ermöglichte. Manche halten “Fur” sogar für Dänemarks schönste Insel.

Zurück auf “Salling” fahren wir in den Süden der Halbinsel und finden am südlichen Westufer des “Spøttrup Sø” die

Burg Spøttrup

Adresse: Borgen 6A, DK-7860 Spøttrup GPS: 56° 38′ 22.59″ N, 8° 46′ 57.56″ E

Spoettrup_Burg_IIIctBurg Spøttrup” ist ein alter Herrensitz aus dem 15. Jahrhundert und angeblich die besterhaltene, mittelalterliche Burg in Dänemark. Eine echte Wasserburg, denn sie ist von einem Wassergraben und außerhalb des Grabens auch noch von einem ca. 9 Meter hohen Wall Spoettrup_Burgctumgeben, der übrigens begangen werden kann. In die Burg gelangt man durch ein Tor im Wall über alte Zugbrücken und einen Steg über den Wassergraben. – Hier kann man gut und gerne eine bis zwei Stunden ohne Langeweile verbringen. (Bilderquelle: WikiMedia Commons)

In der Burg werden immer wieder Theater- und Musikaufführungen veranstaltet. Hinter der Burg fast etwas versteckt, kann man im Sommer einen wunderbaren Rosegarten bestaunen. Der Eintritt kostet für Erwachsene 75 DKK (ca. 10 EUR), für unter 18-Jährige ist der Eintritt frei.

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Für unser nächstes Ziel brauchen wir viel Zeit und um dahin zu kommen fahren wir weiter nach Süden, dorthin, wo die Halbinsel “Salling” wieder “normales” Jütland wird. Und genau dort gibt es wieder etwas für das Auge, für den Leib und für die Kinder, nämlich das Freilandmuseum

Hjerl Hede

Adresse: Hjerl Hedevej 14, DK-7830 Vinderup GPS: 56° 29′ 1.88″ N, 8° 52′ 8.34″ E

2009-09-03_160203_DSC_7373Hjerl Hede” – Zugegeben, an sich mag ich ja Freilandmuseen nicht besonders. Man trägt dort halt alte Gebäude zusammen, die man am ursprünglichen Standort nicht mehr gebrauchen konnte. Dabei schätze ich durchaus, dass man 2009-09-03_163216_DSC_7467altes Kulturgut bewahrt. Mir ist das in der Regel immer viel zu “künstlich” angelegt. Doch Ausnahmen gibt es schon und dazu gehört für mich  zweifelsohne “Hjerl Hede”. Es wurde bereits 1929 gegründet und liegt wunderbar zwischen Moor, See und Wäldern. Über 40 Abegsoffenhier wiedererrichtete, alte Bauten kann man bestaunen. Nicht nur alte Bauernhöfe, auch eine alte Wassermühle, eine Windmühle eine Schmiede, ein alter Tante-Emma-Laden und eine umgesetzte Kapelle sind zu sehen. Hier ist auch bestens für das Mühle, Hjerl Hedeleibliche Wohl gesorgt und in den Sommermonaten führen noch kundige Handwerker ihre alten Künste vor. Zudem ist die Anlage eingebunden in wunderbare Wege zum Flanieren – und Kinder können ihre Radfahrkünste auf eiernden Fahrrädern aus Eisen testen. Ich würde mich freuen, wenn man hier auch dereinst die Mårup-Kirke und Rubjerg Knude Fyr wiedererrichtet. Eine Homepage von Hjerl Hede gibt es natürlich auch:

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Ein paar Kilometer außerhalb der Anlage von Hjerl Hede fand ich 2009-09-03_152307_DSC_7284noch einen wunderschönen, reetgedeckten, alten Bauernhof, knallrot angestrichen. Leider habe ich mir damals die GPS-Daten nicht notiert, was mich etwas fuchst.  Ich vernute aber von unserer Fahrstrecke her, dass es dieser, auf der Google-Earth-Luftaufnahme allerdings gerade im Umbau befindliche, Hof ist: GPS: 56° 28′ 21.89″ N, 8° 52′ 53.21″ E

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Zugegeben, wir haben uns etwas vom Limfjord entfernt, aber die Strecke bot es an, “Hjerl Hede” hier einzubinden. Fahren wir also weiter nach Westen, zurück zum Binnenmeer, Richtung “Veno Bugt” (Veno Bucht). Auf dem Weg dorthin gibt es wieder etwas für Motivjäger unter den Fotografen, nämlich

Thor’s Hammer

GPS: 56° 26′ 51.68″ N, 8° 41′ 6.41″ E

2009-09-02_142555_DSC_7000“Thors Hammer” (auch “Mjølner” oder “Mjölnir”) ist eine beeindruckende Skulptur, bei “Hjerm”, mitten in die Landschaft gesetzt, nur 200 Meter von der “Hjerm Østre Kirke” entfernt errichtet. Welch eine Symbolkraft im Kontrast zum christlichen Bauwerk!

Auf einem der höchsten Punkte der Gegend, 51 m über dem Meeresspiegel, wurde der “Hammer des Thor”, aus poliertem Edelstahl, auf einen 6 Meter hohen Granitstein montiert, als sichtbares Zeichen und Symbol der Landschaft. Er bezieht sich auf den altnordischen Gott “Thor” und hält die Phantasie und das literarische Erbe der nordischen Mythologie lebendig.

An der Skulptur ist ein Schild angebracht, mit den Worten:

2009-09-02_142842_DSC_7013“Thors Hammer fra himlen Et møde mellem jord og himmel”

auf Deutsch in etwa:

“Thors Hammer vom Himmel. Ein Treffen zwischen Himmel und Erde”

Gestaltet wurde dieses durchaus als Wahrzeichen taugliche Werk 1995, von dem dänischen Künstler “Knud Høirup”. Ich bin mir nicht sicher, ob er mit dem dänischen Musiker gleichen Namens identisch ist.

Vom “Thors Hammer” ist es in nordwestlicher Richtung nur ein Katzensprung nach

Struer

GPS: 56° 29′ 22.09″ N, 8° 35′ 37.76″ E

Zu der kleinen 10.000-Seelen-Stadt “Struer” kann ich wenig beitragen, ich empfand sie beim Durchfahren eher langweilig. Erwähnenswert ist vielleicht, dass hier der Elektronik-Konzern “Bang & Olufsen”, der bekannte Hersteller hochwertiger und damit teurer Unterhaltungselektronik, seinen Hauptfirmensitz hat. Ich kann von dem Städtchen auch keine Bilder liefern, deswegen überqueren wir auf der Primärstraße 11 in Struer die “Struer Bugt” biegen danach nach links in den Lemvigvej ein, zugleich Sekundärstraße 513, kommen bald durch “Paris” (ja wirklich, das kleine Nest heißt so) und erreichen nach etwa 19 Kilometer

Lemvig

GPS: 56° 33′ 1.48″ N, 8° 18′ 23.57″ E

2012-12-25_121039_DSC44043ctIn “Lemvig” können wir staunen, hier gibt’s nämlich richtige Bergstraßen, sogar Serpentinen und am besten erschließt man sich die Stadt vom Großparkplatz am umtriebigen Hafen aus (das sind die GPS-Daten unterhalb der Überschrift).

2012-12-25_124905_DSC44079Sind wir im Westen Jütlands, am Limfjord, darf ein Besuch der 7000-Seelenstadt nicht fehlen. Die Stadt ist heimelig, hat eine schöne Fußgängerzone und man kann wunderbar – vor allem an der Westküste entlang – an der “Lemvig Bugt” entlang des “Skulpturenstien” (Skulpturenweg) flanieren.

2012-12-25_121159_DSC44046Aber auf der anderen Straßenseite gibt es etwas sehr Lehrreiches für Kinder, aber durchaus auch für Erwachsene zur bestaunen, nämlich die wohl urigste Attraktion in Lemvig, den Planetenweg (“Planetenstien”). (GPS: 56° 32′ 58.47″ N, 8° 18′ 1.68″ E)

Man muss tatsächlich eine kleine Serpentine hinaufgehen. Dort hat man, im Maßstab von 2012-12-25_121908_DSC440491:1.000.000.000 unser Sonnensystem nachgestellt … und wer den Weg zu den äußeren Planeten ablaufen möchte, sollte gut zu Fuß sein, “Pluto” befindet sich nämlich erst in 3 Kilometer Entfernung von der “Sonne”, am Limfjord. Links sehen wir oben auf den beiden Stehlen zwei kleine “Erbsen”, das sind im richtigen Maßstab zur “Sonne”, mit ihren 1,4 Metern Durchmesser, unseren Heimatplaneten “Erde” und ihren “Mond”.

2012-12-25_123711_DSC44058Kinder staunen dann oft sehr, wie klein und unbedeutend mickrig doch die Erde und ihr Mond im kosmischen Maßstab erscheinen. Vor allem, wenn sie dann den doch schon wieder sehr viel mächtigeren “Jupiter” zu sehen bekommen.

2007-09-01_140658_100_4990 Lemvig- Blick zum anderen Ufer

Die Weiterfahrt von Lemvig nach Thyborøn, entlang des Südufers des Limfjords, erübrigt sich, wir haben diesen Abschnitt bereits im Beitrag “Jütlands Westen – von Tønder bis Thyborøn” erkundet. Wir folgen stattdessen der Sekundärstraße 565 wieder Richtung Osten, nach “Humlum”.

Auf dem Wege angucken:

Wer möchte, in Humlum gibt es links von der Primärstraße 11 einen großen Golfplatz, mit genialem Blick über den Fjord. Südwestlich davon, finden wir Gelegenheit zu einem Strandspaziergang am Strand der “Toftum Bjerge”, gesäumt von hohen Stranddünen. (GPS: 56° 32′ 55.20″ N, 8° 32′ 11.27″ E)

Wir können uns jetzt überlegen, ob wir die kleine Insel “Venø” besuchen wollen. Sicher schön fürs Wandern, viel Sehenswertes gibt es dort aber auch nicht.

Andernfalls folgen wir der Primärstraße 11 und überqueren über die “Oddesund-Brücke” über den “Oddensund” (übrigens eine Klappbrücke. Gut möglich, dass wir etwas warten müssen, bis Schiffsverkehr die Brücke passiert hat). Geographisch befinden wir uns nun wieder auf der “Nordjütischen Insel”, deren Nordseeküste wir bereits in den vorherigen Beiträgen erkundet haben. Wir folgen deshalb im Weiteren nun vor allem den Limfjord-Küsten der Insel.

In diesem südlichen Zipfel gibt es nichts Aufregendes zu bestaunen, deshalb folgen wir weiter der Primärstraße 11 und können uns überlegen, ob wir bei “Ginnerup” mit der Fähre oder über die Brücke in “Vilsund” hinüberfahren wollen auf die

Insel Mors

GPS: 56°49’31.89″N, 8°44’54.01″E

Wir ziehen die Brückenüberfahrt nach “Mors” immer vor, zumal wir meistens den Hauptort der Insel, das kleine Städtchen “Nykøbing Mors”, aufsuchen und wir so am schnellsten dorthin gelangen.

“Mors”. Der Legende nach, baute der Große Architekt des Universums zunächst ein Modell von Jütland. Nach diesem Entwurf habe er danach Jütland gestaltet. Und weil das Modell so gelungen war, setzte er es als Perle Jütlands gleich mitten in den Limfjord. Jütland im Kleinen! Und in der Tat findet man auf Mors fast alles, was man auch sonst im großen Jütland findet: Strände und Steilküste, Felsen, eine Stadt und diese Stadt heißt

Nykøbing Mors

GPS: 56° 47′ 42.19″ N, 8° 51′ 46.56″ E

Nykøbing_Mors_-_Dueholm_KlosterctObwohl “Nykøbing Mors” recht gemütlich wirkt, hat sie ihren Stadtcharakter erst Ende des 19. Jahrhundert erhalten, als sie sich allmählich von einem Fischerhafen in eine Handelsstadt weiter entwickelte. Ältestes Gebäude der Stadt ist das ehemalige Johanniterkloster “Dueholm Kloster” aus dem 14. Jahrhundert. (Bildquelle: WikiMedia Commons) (GPS: 56° 47′ 39.37″ N, 8° 51′ 10.04″ E)

Sandemoses_husctHier im Städtchen, in der Færkenstræde 12, wurde auch der Schriftsteller “Aksel Sandemose” geboren, auf welchen der soziokulturelle Gesellschaftscode der Dänen, das “Janteloven”, zurückgeht (mehr dazu im Beitrag “Der Dänen Glück – Hygge und Jante”). (Bildquelle: WikiMedia Commons) (GPS: 56° 47′ 57.26″ N, 8° 51′ 43.97″ E)

2007-09-03_191406_100_5226ctMir gefällt es in Nyköbing Mors immer sehr, nur eines nervte etwas: Egal zu welcher Tageszeit wir dort waren, immer war die wunderbare, neugotische “Nykøbing Kirke”, aus Backstein erbaut, verschlossen, was ich für Dänemark völlig unüblich finde. Aber wir werden nicht aufgeben und es auf alle Fälle bei 2007-09-06_160245_100_5515ctunserem nächsten Besuch  erneut versuchen. (GPS: 56° 47′ 39.78″ N, 8° 51′ 36.13″ E)

Sehenswert auch das ebenfalls aus Backstein erbaute Logenhaus, nahe dem Hafen, sogar mit kleinen dreieckigen Fenstern, gemäß der Zahl, welche den Freimaurern bekanntlich heilig ist. (GPS: 56° 47′ 41.58″ N, 8° 51′ 44.11″ E)

2007-09-06_162149_100_5520ct Nykøbing Mors

Rund fünf Kilometer südlich der Stadt etwas zum Staunen, was die Augen übergehen lässt, nämlich den

Jesperhus Blomsterpark

GPS: 56° 45′ 37.73″ N, 8° 49′ 10.29″ E

2007-09-06_145851_100_5502Im “Jesperhus Blomsterpark” erwartet uns ein Meer von Blumen. Man kann es sich ansehen im angeblich größten Blumenpark Nordeuropas. Das besondere daran: Die bunten Blüten – ein wahrer Schmaus für die Augen. Sie wurden zu wunderschönen Figuren gepflanzt und beschnitten. Rund 2 Mio. Blüten sind alljährlich zu bestaunen, darunter ein Rosengarten mit alleine rund 25.000 Rosen. jesperhus_blomsterparkEs gibt tropische Pflanzen, einen orientalischen Garten, Palmen gar, im Dschungelland auch eine Orchideenanlage, ein Süßwasser-Aquarium, ein Schmetterlingspark, für Kinder einen H. C. Anderson -Märchengarten  – und für all das ist denn auch ein deftiger Eintrittspreis zu berappen, was aber angesichts des Aufwands, den dieser Freizeitpark alljährlich verlangt, auch nicht verwundert (je nach Saison zwischen 149 und 189 DKK – ca. 20 bis 25 EUR – für Kinder unter zwölf Jahren und Senioren 60+ zwischen 119 und 159 DKK, Kinder unter drei Jahren haben freien Eintritt).

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Ein paar Kilometer weiter südlich vom Blomsterpark erreichen wir das

Højriis Schloss

Adresse: Højrisvej 3, DK-7900 Nykøbing Mors GPS: 56° 44′ 15.78″ N, 8° 48′ 21.53″ E

Højriis_SlotctEin wahres Märchenschloss ist das “Højriis Slot” bei “Ljørslev”. Am besten kommt man dorthin, wenn man von “Nykøbing Mors” aus die Straße entlang der Ostküste Mors fährt. Das Schloss ist ein beliebtes Ausflugsziel für Familien, hat einen herrlichen Park, ein Café und es werden dort oft wechselnde Ausstellungen dargeboten. Brautpaare nutzen die traumhafte Kulisse gerne für ihre Hochzeitsfotos. (Fotoquelle: WikiMedia Commons)

Wer gerne seinen kriminalistischen Spürsinn testen möchte, auf Schloss Højriis kann er sich auch an der Lösung eines “Mordrätsels” beteiligen.

Wir fahren wieder nach Norden, Richtung “Vilsund”. Bevor wir Mors verlassen, bietet sich noch Freunden der guten Aussicht eine Möglichkeit ihrer Neigung nachzugehen:

Auf dem Wege angucken:

MorsHanklitEtwa neun Kilometer östlich der Brücke nach “Vilsund” gibt es einen fantastischen Ausblick von einer durchschnittlich 60 Meter hohen Felswand, sowohl über den Limfjord (Thisted Bredning), als auch über die Landschaft Mors, nämlich von der “Hanklint”. Der höchste Punkt der Klippe, die “Salgerhøj”, ist gar 89 Meter hoch. Auch hier finden wir wieder den von Vulkanascheschichten durchzogenen Molèr und Fossiliensammler könnten fündig werden. Da der Ausblick von dort sehr beliebt ist, hat man auch einen Parkplatz für Besucher angelegt. (Fotoquelle: WikiMedia Commons) (GPS: 56° 53′ 34.93″ N, 8° 44′ 52.01″ E)

Wir verlassen “Mors” wieder über die Brücke nach “Vilsund” auf die Nordjütische Insel. Dort folgen wir der Primärstraße 11 in nordöstlicher Richtung, an “Thisted” vorbei, bis kurz vor Østerild, biegen dort nach links auf die Sekundärstraße 569 ab und durchfahren Østerild. Nach knapp drei Kilometern kann man links in ein Waldgebiet einfahren. Hier gibt es ganz Modernes zu bestaunen – das

Windkraftanlagentestfeld Østerild

GPS: 57° 3′ 0.47″ N, 8° 53′ 4.83″ E 

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In einem Nutzwald bei “Østerild” bauen Siemens und Vestas derzeit ein “Windkraftanlagentestfeld” mit den aktuell weltgrößten Windrädern und den zugleich größten Rotordurchmessern. Das größte dieser Windräder hat aktuell folgende Daten: 

  • Nabenhöhe = 140 Meter
  • Gesamthöhe= 222 Meter
  • Länge eines Windflügels: ca. 80 Meter
  • Leistung = 8000 kW

2012-12-25_172146_DSC44166_DSC_6107Man kann die Größe der Anlagen erst ermessen, wenn sich zum Vergleich ein Mensch vor einen Mast hinstellt. Ich hab mich zu Weihnachten 2012 mal hingestellt, aber meine “175-cm-Zwergenhaftigkeit” und die Auflösung des bei Dunkelheit mit hoher ISO-Zahl aufgenommenen Fotos machen mich fast unsichtbar. Durchaus beeindruckend und daher durchaus sehenswert, finde ich. Wir fahren wieder zurück nach Østerild und wechseln auf den, Ålborgvej Richtung Ålborg. Nach etwa 17 Kilometer erreichen wir die

Vogelwarte am Vejlerne Naturzentrum

GPS: 57° 1′ 59.51″ N, 9° 6′ 7.81″ E 2009-08-23_162300_DSC_4527 Ein Highlight für Ornithologen! Die “Vogelwarte am Vejlerne Naturzentrum” liegt in Nordjütland, am Nordrand des Limfjords, an der Primärstraße 29. Sie bietet Überblick über den südöstlichen Teil der “Bygholm-Wiese” sowie den flachen Brackwassersee “Midtsø”. Sommerhalbjahr (April-September) 2009-08-23_162809_DSC_4542Vor der Warte sind häufig rastende Enten und Watvögel zu sehen, von denen sich die meisten mittels des interaktiven Systems zur Vogelbestimmung auf der rechten Seite der Vogelwarte bestimmen lassen. 2009-08-23_162629_DSC_4537ctHäufig brüten Lachmöwe, Seeschwalbe und Säbelschnäbler auf den kleinen, grünen Inseln, ca. 100 Meter von der Warte entfernt. Ab Mitte April sieht man Graugänse mit ihren Jungen überall auf der Bygholm-Wiese und am Midtsø. Der größte brütende Bestand von Graugänsen – mehr als 1300 Paare – finden sich im Vejlerne-Gebiet. Ab Anfang Juni bis ca. 1. September sind häufig rastende oder nach Futter suchende Löffler zu sehen, vor allem am westlichen Teil des Midtsø.

Winterhalbjahr (Oktober-März) 2009-08-23_162350_DSC_4530Im Monat Oktober ist die größte Anzahl von Schwimmenten im Midtsø zu sehen. Vor allem Pfeifenten fressen Wasserpflanzen, die sie häufig von nach Futter suchenden Schwänen aufsammeln, aber wie die Gänse grasen auf die Pfeifenten am Ufer. 2013-08-26_182542_DSC47367Durch die Fernrohre der Warte sind oft Scharen von Höckerschwänen, Singschwänen und rastenden Gänsen sowie Kranichen zu sehen. Mitunter ruht ein Wanderfalke auf einem Pfahl oder einem Höcker auf der Wiese. 2013-08-26_182004_DSC47344Allerdings wurden wir 2013, bei einem unserer Besuche der Vogelwarte, auch schon einmal überrascht: Es gab nicht einen einzigen Vogel zu sehen, aber dafür einige im Brackwasser badende Rindviecher – soll hilfreich gegen Fußpilz sein. Smiley

2013-08-26_182009_DSC47346

Knapp 30 Kilometer weiter östlich gibt es wieder “Schlossiges” zu sehen, nämlich das

Schloss Kokkedal

GPS: 57° 3′ 51.01″ N, 9° 28′ 49.03″ E

2013-09-04_150050_DSC50384ctSchloss Kokkedal” ist ein alter Herrensitz mit wechselvoller Geschichte, in welchem heute ein Restaurant mit Hotelbetrieb residiert. Außerdem birgt es acht Wohnungen. Es geht auf den Beginn des 14. Jahrhunderts zurück. Ich würde sagen, einfach ein schönes Anwesen, welches durchaus kameratauglich ist. 2013-09-04_150423_DSC50393ct Damit haben wir den Limfjord nun umrundet und vorläufig abgeschlossen. Weitere lohnenswerte Ziele an diesem Binnenmeer werden sicher im Laufe der Zeit noch folgen, doch zunächst wollen wir uns Jütlands Osten widmen.

Kurt O. Wörl

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