Halbinsel Himmerland

Stand 25.03.2016

2007-09-03_143306_100_5171Wir haben im vorherigen Beitrag “Jütlands Norden – Der Limfjord” beim östlichen Ausgang des Limfjords, in “Hals”, die Umrundung des Binnenmeers begonnen und dabei nur Ziele, welche direkt am Limfjord liegen, benannt. In Hals wollen wir nun auch beginnen, den Osten Jütlands zu erkunden.

HimmerlandWir befinden uns auf der Halbinsel “Himmerland”. Zur Halbinsel wird dieser Teil Jütlands durch seine Begrenzung durch den Limfjord im Norden und Westen, dem Kattegat im Osten und dem tief ins Land reichenden “Mariagerfjord” im Süden. Die Karte oben zeigt die nachfolgend beschriebenen Ziele in diesem Abschnitt an (zum Vergrößern Grafik anklicken).

Recht umwerfend Sehenswertes gibt es auf der Halbinsel Himmerland nicht zur bestaunen, wenn man von den Zielen, die wir aber bereits beim “Limfjord”-Beitrag erwähnt haben, mal absieht. Einzig ziemlich in der Mitte Himmerlands liegt ein größeres Waldgebiet mit kuscheligen Seen darin. Die vielleicht eines Besuches im Vorbeifahren wert wären:

  • Store Økssø(GPS: 56° 48′ 10.52″ N, 9° 52′ 29.90″ E),
  • “Mossø” (GPS: 56° 48′ 26.05″ N, 9° 53′ 18.75″ E),
  • Madum Sø(GPS: 56° 48′ 6.68″ N, 9° 56′ 44.79″ E).

Selbst die nächstgrößere Stadt nach Ålborg, “Hadsund” hat nur ein Ziel, welches die Anfahrt lohnen würde, nämlich den “Dolmen von Ballegård”, ein Ganggrab aus der Jungsteinzeit. Dieses liegt aber bereits jenseits des “Mariagerfjords” gehört zwar noch zu Verwaltung Himmerland, aber nicht mehr zur Halbinsel Himmerland selbst. GPS: 56° 40′ 44.14″ N, 10° 4′ 50.72″ E

Für uns daher Anlass genug, die Südküste des Mariagerfjords anzusteuern. Wir können dies entweder über die Brücke in Hadsund, im Osten des Fjords, oder – was ich empfehle – nämlich den Fjord im Westen zu umfahren, über

Hobro

GPS: 56° 38′ 13.35″ N, 9° 47′ 41.90″ E

OLYMPUS DIGITAL CAMERA         Nun ist auch “Hobro” nicht gerade mit Sehenswürdigkeiten überfrachtet, aber bereits die “Hobro Kirke” aus dem Jahre 1852 lohnt einen Besuch.

Diese hat gleich mehrere Erstaunlichkeiten zu bieten. Sie ist im Mischbaustiel, mit neugotischen Anklängen, errichtet und mit Zinnen bestückt, ähnlich Burgen. Und die Außenfassade ist rot-gelb gestreift… und, für Kirchen eigentlich völlig untypisch: der Turm ist an der Hobro_-_Hobro_Kirke_02_iesOstseite des Kirchenschiffes angebaut.

Noch beeindruckender für mich ist die Innengestaltung, pastell-blaue Farbtöne dominieren hier. Auch wenn ich eigentlich mit religiösen Wahnsystemen überhaupt nichts am Hute habe, aber diese Kirche entlockt mir gerne ein “Einfach schön!”.
(Bilderquelle: WikiMedia Commons)
(GPS: 56° 38′ 13.35″ N, 9° 47′ 41.90″ E)

Fyrkat – Mühle, Wikingerburg, Freilandmuseum

Fyrkat_MøllegaardEtwa drei Kilometer südwestlich von “Hobro” ist eine wunderbare, alte Wassermühle, der “Fyrkat Møllegård”, gelegen, welche heute ein empfehlenswertes Restaurant beherbergt.
(Bildquelle: WikiMedia Commons)
(GPS: 56° 37′ 30.16″ N, 9° 46′ 20.79″ E)

FykatGleich hinter der Mühle liegt die Kreiswallanlage “Fyrkat”. Sie ist die kleineste Wikingerburg in Dänemark –  mit wunderbar rekonstruiertem Wikingerhaus – und lädt zum Verweilen ein.
(GPS: 56° 37′ 23.64″ N, 9° 46′ 13.87″ E)

VikingecenterNur einen Steinwurf entfernt wurde ein Hof eines Großbauern zur Wikingerzeit, naja, fast schon ein ganzes Dorf, das “Vikingesenter Fyrkat”, wiedererrichtet.

Das Freilicht-Museum besteht  aus mehreren Gebäuden und es wurden für die Rekonstruktion nur authentische Werkzeuge und Materialien verwendet.
(Bildquelle: WikiMedia Commons)
(GPS: 56° 37′ 30.30″ N, 9° 46′ 52.82″ E)

Fyrkat_vikingecenter2(Bildquelle: WikiMedia Commons)

Wir folgen dem Mariagerfjord nach Osten und gelangen in die liebliche Kleinstadt

Mariager

GPS: 56° 39′ 1.80″ N, 9° 58′ 55.15″ E

2009-09-04_142916_DSC_7549Mariager” geht auf ein Kloster des Brigittenordens aus dem 15. Jahrhundert zurück, welches auf dem “Marien Acker” errichtet wurde. Wirklich lieblich ist es hier und das meistfotografierte Motiv dürfte sicher das alte Gasthaus “Postgården” sein, schief und krumm wie das Fachwerk dasteht.

2009-09-04_143109_DSC_7557Die Küche jedenfalls wird in diversen Restaurantführern als “ausgezeichnet” dargestellt. Es war zwar schade, denn als wir dort waren, war es kalt und regnerisch, aber ich hoffe, meine Fotos vermögen dennoch vermitteln, dass sich ein Besuch hier allemal lohnt.

Mariager_Kirke1ctGleich neben der “Mariager Kirke” in neugotischem Baustil ist das Brigitten-Kloster zu besichtigen. (Bildquelle: WikiMedia Commons)
(GPS: 56° 38′ 52.54″ N, 9° 58′ 42.88″ E)

Man höre und staune, in einem Salzbergwerk in Mariager wurde auch das “weiße Gold” abgebaut, wovon heute noch ein Salzmuseum und im Hafen ein alter Verladekran zu besichtigen sind. Wer will, kann in einem kleinen Pool am Museum im Salzwasser baden, welches in etwa die Salzkonzentration im “Toten Meer” enthält. Hier am “Saltcenter” kann man übrigens gut das Fahrzeug parken.
(GPS: 56° 39′ 14.83″ N, 9° 58′ 46.29″ E)

Gleich ggü. dem Salzmuseum befindet sich der Bahnhof. Mariager_steam_trainIn den Sommermonaten kann man von hier mit der Veteranenbahn von Mariager nach “Handest” fahren (ca. 15 km).
(GPS:  56° 39′ 13.52″ N, 9°58′ 44.29″ E)

Und auch ein Ausflug mit dem Raddampfer “Svanen” auf dem Fjord hat seinen Reiz. Überhaupt der Hafen, er ist recht idyllisch angelegt und man kann so manche Takelage begucken.

2009-09-04_145844_DSC_7632

Auf dem Wege angucken:

Rund um Mariager gibt es auch reichlich für Freunde der Megalith-Kultur anzusteuern. Z.B. die Ganggräber “Jordhøj” und “Ormehøj”. (GPS: 56° 38′ 6.38″ N, 9° 54′ 33.74″ E)

Gleich daneben der “Kongehøjen von Voldstedlund”.
(GPS: 56° 38′ 9.83″ N, 9° 55′ 14.10″ E)

Südöstlich der Stadt ein markantes Hügelgrab, “Hohøj”. Ganz nebenbei liegt der höchste Punkt der Hohøj in 110 m Höhe über dem Meeresspiegel und das bedeutet in Dänemark bekanntlich wunderbaren Weitblick über Mariager und den Mariagerfjord. (GPS: 56° 38′ 39.78″ N, 10° 0′ 1.82″ E)

Nach einer Legende soll hier ein Schatz vergraben sein. Das veranlasste 1864 eine preußische Militäreinheit danach zu graben. Gefunden wurde der Schatz nicht, aber die Grabungen kosteten immerhin ein Menschenleben.

Oben auf dem Grabhügel, an jenem höchsten Punkt, ist ein Gedenkstein zum Gedenken an den Priester “Steen Steensen Blicher” errichtet, mit einem Gedicht von ihm (“Jyden han er stærk og sej” = Jütländer sind stark und zäh). H. C. Simonsen hat 1846 dem Gedicht auch eine ohrwurmverdächtige Melodie gewidmet:

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Melodie von H. C. Simonsen, 1846

Oder etwas moderner interpretiert:

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Folgen wir von der Hohøj aus der Küstenstraße 555, gelangen wir nordöstlich von “Assens” zum bereits zu Beginn des Beitrags, oben, erwähnten “Dolmen von Ballegård”.
(GPS: 56° 40′ 44.14″ N, 10° 4′ 50.72″ E)

Damit verlassen wir nun auch den Verwaltungsbereich “Himmerland” und damit endet auch dieser Beitrag. Im folgenden bewegen wir uns vor allem in der Region östliches “Mitteljütland mit der Halbinsel “Djursland”.

Kurt O. Wörl

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