Mitteljütland und Djursland

Stand: 11.09.2014

DjurslandWaren die Sehenswürdigkeiten im “Himmerland” eher dünn gesät, gibt es nun, südlich davon, in der Region östliches “Mitteljütland” und auf der Halbinsel “Djursland” wieder reichlich davon zu bestaunen.

Die Karte zeigt die nachfolgend beschriebenen Ziele in diesem Abschnitt an (zum Vergrößern Grafik anklicken).

2009-09-01_142328_DSC_6673Nicht einfach war nun die Entscheidung, wie ich die Route vom “Mariagerfjord” weiter anlege. Es bietet sich aber an, da, wir schon “Himmerland” fast am “Kattegat” abgeschlossen haben, unsere Route zunächst an der Küste entlang weiter in die Halbinsel ”Djursland” hinein anzulegen.

Vom Mariagerfjord aus folgen wir zunächst der Sekundärstraße 507 nach Süden, bis “Stangerum”. Dort biegen wir links ab in sie Sekundärstraße 531 und folgen dieser bis nach “Udbyhøj”, wo wir mit der kleinen Fähre über das Mündungsdelta des “Randers Fjords” übersetzen nach “Udbyhøj Syd”.
(GPS Fähranleger: 56° 36′ 34.49″ N, 10° 17′ 58.70″ E)

Die Fähre hat den Vorteil, dass wir nicht um den sehr langgezogenen “Randers Fjord” herumfahren müssen.

Anmerkung: Übrigens ist der Randers Fjord ein “Zwitter”: Er ist sowohl eine tief ins Land einschneidende Meeresenge, als auch zugleich logisches, weiterführendes Flussbett des mit 149 km längsten Flusses Dänemarks, des “Gudenå”. Zusammen mit den Ausläufern des Fjords, die bis in den Hafen der Stadt “Randers” reichen, ist die Wasserstraße sogar knapp 180 Kilometer lang.

Wir könnten jetzt gleich der Sekundärstraße 531 nach SÜden folgen, ich empfehle aber in “Udby” zunächst der Küstenstraße zu folgen. Das hat den Vorteil, dass wir einige schöne Blicke hinaus aufs “Kattegat” mitnehmen und außerdem nach fünf Kilometer einen ersten Halt auf “Djursland” einlegen können, nämlich in

Estruplund

GPS: 56° 33′ 8.95″ N, 10° 21′ 37.41″ E

Estruplund_KirkectIn “Estruplund” angekommen, kommt uns hier eine recht ansehnliche Kirche, die “Estruplund Kirke”, mit Friedhof und gleich gegenüber ein recht respektabler und schlossähnlicher Herrensitz aus dem 19. Jahrhundert vor die Fotolinse. (Fotoquelle beide Fotos: WikiMedia Commons)

Estruplundct

Wir wir fahren zurück zur Sekundärstraße 531 und folgen dieser bis “Allingåbro”, um dort nach rechts in die Sekundärstraße 547 abzubiegen. Dieser folgen bis “Fausting”. Dort biegen wir rechts ab auf die Primärstraße 16 und kommen nach etwa vier Kilometer nach

Gammel Estrup

GPS: 56° 26 ‚15.77″ N, 10° 20‘ 29.81″ E

Gammel_Estrup_vestGammel Estrup”, ein Herrensitz aus dem 12. Jahrhundert, angelegt als Wasserschloss, eine wunderbare Parkanlage mit Orangerie (18. Jahrhundert) und alles zusammen ist das “Dänische Landwirtschaftsmuseum”, das uns hier erwartet. (Bildquelle: WikiMedia Commons)

Von Gammel Estrup folgen wir ein paar Kilometer noch der Primärstraße 16, verlassen diese bei “Auning” auf die Sekundärstraße 563 ein. Wir folgen dieser, durchfahren die Ortschaft “Tøjstrup” und biegen danach ab in den “Løvenholmvej”, folgen diesem durch den Ort “Gjesing” und erreichen nach eineinhalb Kilometern das

Schloss Løvenholm

GPS: 56° 27′ 6.21″ N, 10° 26′ 38.26″ E

Schloss LøvenholmDas liebliche Wasserschloss “Løvenholm”, wurde erstmals als ehemaliges Johanniterkloster im 15. Jahrhundert erwähnt. Das heutige Schlossgebäude aber war ein Herrensitz aus dem 16. Jahrhundert. Es ist heute eine Ausbildungsstätte für Land- und Forstwirtschaft. Fototauglich auch ein vor dem Schloss erbautes, knallrotes Gesindehaus.

Schloss Løvenholm

Wir fahren nun entweder über Orstverbindungssstraßen etwas umständlich nach “Vivild” oder einfach wieder den Weg zurück zur Sekundärstraße 563, folgen dieser nach rechts, wo sie bald danach in die Sekundärstraße 547 mündet. Hier biegen wir rechts ab. Bei “Vilvild verlassen wir die Straße nach rechts und durchfahren den Ort und folgen danach dem “Gl. Fjellerupvej”, der uns direkt zu einem megalithischen Highlight Djurslands führt, den

Tustruper Altertümer

GPS Parkplatz: 56° 29′ 32.14″ N 10° 30′ 31.26″ E

2009-09-01_150526_DSC_6701Gleich vorweg: Bringen Sie Zeit mit. Sie werden den Aufenthalt hier genießen und den mystisch wirkenden Ort nicht gerne wieder verlassen. Außerdem bietet das Ambiente viel “Auslauf” für Mensch und Tier.

Das “Tustruper Gräberfeld”, auf dem Plateau längs des “Hevringer Baches”, wurde vor etwa 5200 Jahren von den ersten Bauern der “Trichterbecherkultur”, angelegt.

2009-09-01_150512_DSC_6700Nord-Djursland war zu der Zeit eine große Insel – südlich und südwestlich lag der heute entwässerte “Kolindsund”. Die Bauern der Trichterbecherkultur rodeten den Wald mit Beilen aus Feuerstein und zur Erinnerung an die Verstorbenen errichteten sie diese großartigsten Großsteingräber, die wir aus dem dänischen Altertum kennen.

2009-09-01_151432_DSC_6754Rund um ein tempelähnliches Kulthaus wurden mit großer Präzision zwei runde Dolmen aus tonnenschweren Steinen und das größte “Ganggrab” Ostjütlands errichtet. Das Ganggrab enthält eine kleine Nebenkammer. Ins Kulthaus und beim Eingang zu den Gräbern wurden angeblich Speise- und Trinkopfer – in wunderbarer Keramik – für die Verstorbenen und für die Götter hingestellt.

2009-09-01_151333_DSC_6742Die Dolmen und das Ganggrab sind seit 1887 unter Denkmalschutz gestellt, aber beim Pflügen stieß der Besitzer 1953 auf große Steine. Dies wurde der Anstoß zur Ausgrabung des bis dahin völlig unbekannten Kulthauses und später auch der Dolmen und des Gangrabes. Das vorgeschichtliche Museum Moesgård in Århus leitete die Ausgrabung und einige Funde sind in der Ausstellung im Museum zu sehen. Bei dem Museum wurde auch eine komplette Rekonstruktion des Kulthauses errichtet.

imageHier auf Tustrup wurden die Gräber und das Kulthaus nach der Ausgrabung mit den ursprünglichen Steinen wiederaufgebaut und das Gebiet unter Schutz gestellt.

Später, 1994, im Anschluss an die Restaurierungsarbeit des Generaldirektorats für Forst und Natur, wurden einzelne  Tritt- und Dichtungssteine im Ganggrab sowie der Deckstein des runden Dolmens hinzugefügt.

Zutritt:
Die Grabstätte und das umherliegende Land ist Besitz der Gemeinde Rougsø. Das Areal ist öffentlich zugänglich, zu Fuß auf den angelegten Pfaden, die vom Parkplatz ausgehen und ist unter den Schutz der Öffentlichkeit gestellt. Der Zutritt geschieht auf eigene Verantwortung und nach den Bestimmungen des Naturschutzgesetzes.

Zur Beachtung:

  • Hunde sind an der Leine zu führen.
  • Auf grasendes Vieh in dem Gebiet ist Rücksicht zu nehmen.
  • Tore und Zaunpförtchen sind stets wieder zu schließen.
  • Keine Abfälle in der Natur wegwerfen.
  • Eigenmächtige Ausgrabungen ohne Erlaubnis sind streng verboten.
  • Zelten ist nur auf dem Lagerplatz gestattet.

Helfen Sie mit, die Abnutzung der Altertümer zu vermeiden. Bitte Pfaden und anderen Anweisungen folgen!

  • Offenes Feuer ist nur auf der Feuerstelle erlaubt.
  • Trinkwasser und Toilette beim zentralen Parkplatz.
  • Zur Erkundung des Ganggrabes empfiehlt sich eine Taschenlampe.

Pflege und Aufsicht:
imageDie Naturpflege sowie die Erhaltung und Restaurierung der Altertümer findet in einer Zusammenarbeit zwischen dem Regierungsbezirk Århus, der Gemeinde Rougsø und dem Generaldirektorat für Forst und Natur statt.

2009-09-01_151508_DSC_6757

Wir fahren zurück auf die Sekundärstraße 547 und folgen ihr ca. elf Kilometer Richtung Osten und erreichen dann linker Hand das

Schloss Meilgård

GPS: 56° 30′ 4.70″ N, 10° 39′ 30.10″ E

MeilgaardctSchloss “Meilgård” ist ein alter Herrensitz, der erstmals im 14. Jahrhundert Erwähnung fand. 2003 wurde das dreiflügelige Schloss durch ein verheerendes Feuer verwüstet und bis 2006 in seiner jetzigen Erscheinungsform wieder aufgebaut. Es birgt heute mehrere Wohnungen und dient zur Ausrichtung verschiedener Veranstaltungen und beherbergt außerdem ein “Kro” (Restaurant). (Fotoquelle: WikiMedia Commons)

Liftlinie nur etwa elf Kilometer weiter, das nächste Gebäude dieser Art. Die Anfahrt ist etwas “tricky”: Wir folgen der Sekundärstraße 547 und schlagen uns ab “Glesborg” über Ortsverbindungsstraßen dorthin durch, zum

Schloss Sostrup

GPS: 56° 29′ 49.03″ N, 10° 49′ 16.67″ E

Sostrup_Slot1ctDer Zugang zum anfangs des 17. Jahrhunderts erbauten Schloss’ “Sostrup” (ich finde eher, es ist eine Wasserburg) führt durch einen Torbogen, zunächst durch den Komplex sehr heimeliger Gesindehäuser. Diesen großen Hofraum durchqueren wir, vorbei an einer kleinen Grünlage und Sostrup_Slotctfinden linkerhand den Zugang zum Schloss in Ziegelbauweise. Das Schloss ist von einem Wassergraben umgeben. Es befindet sich seit 1. Juni 2014 in Privatbesitz, nachdem es vorher, seit 1960, im Eigentum der katholischen Stiftung “St. Bernhard” war. Die neuen Eigentümer, die Geschwister “Kirsten und Anders Burgård”, wollen das Gebäude für kreative Kunstvorhaben nutzen. (Fotoquelle: WikiMedia Commons)

Auf dem Wege angucken:

Von Schloss Sostrup lohnt sich vielleicht ein Abstecher zur “Thorsø Høje”, ein vergleichsweise hoch gelegenes Gräberfeld aus der Bronzezeit, mit weitem Blick über die Landschaft bis hinaus auf das Kattegat, dessen Küste von hier aus immerhin noch sieben Kilometer entfernt liegt. Bilder davon gibt’s >hier<.
(GPS: 56° 27′ 7.84″ N, 10° 49′ 50.79″ E)

Es wird Zeit, dass wir wieder ans Meer kommen. Gelegenheit bietet uns dazu sieben Kilometer weiter, an der “Fornæs”, der Leuchtturm

Fornæs Fyr

GPS: 56° 26′ 36.05″ N, 10° 57′ 25.53″ E

2009-08-27_153332_DSC_5217Schon bei der Anfahrt macht der Gebäudekomplex des Leuchtturm “Fornæs Fyr” einen heimeligen Eindruck. Außerdem befinden wir uns hier auch noch am östlichsten Punkt nicht nur der Halbinsel Djursland, sondern ganz Jütlands. 2009-08-27_153800_DSC_5236Da gehört – wie auch in Blåvand am westlichsten Punk Jütlands, natürlich unbedingt ein Leuchtturm auch hin. Mit nur 27 Metern ist das Besteigen des Turms eine überschaubare Aufgabe. Der Blick übers Kattegat und die Landschaft Djurslands dafür genial.

Wer will, könnte jetzt gleich weiter in die nur wenige Kilometer südlich vom Leuchtturm gelegene Kleinstadt fahren, namens

Grenå

GPS: 56° 24′ 52.89″ N, 10° 52′ 24.45″ E

Grenå_KirkectAllerdings gibt es in “Grenå” nun so viel nicht zu bestaunen. Die Altstadt befindet sich ziemlich im Westen der Stadt. Heimelige Gassen mit den typisch dänisch, kleinen Häuschen, darunter die “Gamle Smedje” (Alte Schmiede), die “Grenå Kirke”, eine schöne Fußgängerzone mit allerlei Gastronomie sind aber sehenswert. Ein kleiner Hafen, schöne Strände am Kattegat, das war’s aber auch schon.
(Fotoquelle: Wikimedia Commons)

Wir fahren über Ortsverbindungsstraße nach Süden weiter immer Richtung “Ebeltoft”. Bei der Ortschaft “Gravlev” dann wieder eine Einrichtung für die ganze Familie, der

Reepark

Anschrift: Stubbe Søvej 15, 8400 Ebeltoft
GPS: 56° 15′ 47.97″ N, 10° 44′ 21.11″ E

Im Tierpark “Ree Park Safari”, am “Stubbe Sø”, gibt es Tiere aus allen fünf Kontinenten zu bestaunen. Außerdem kann man dort eine Land-Rover-Safari mitmachen.

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Ree Park Ebeltoft Safari

Hinweis: Der nur etwa 500 Meter westlich vom Ree Park gelegene “Stubbe Sø” ist der größte See auf “Djursland” und der drittgrößte See auf Jütland. Er ist bei Anglern sehr beliebt.

Auf dem Wege angucken:

Wir fahren weiter nach Süden, Richtung “Ebeltoft”. Doch bevor wir dorthin gelangen lohnt es sich eine Pause an der Steilküste des “Jernhatten” einzulegen, einem ca 50 Meter hohen Hügel an der Küste. Wir werden belohnt mit einem atemberaubenden Blick auf das Kattegat, bei gutem Wetter bis hinunter zur Insel “Hjelm”. Fotos davon gibt es >hier<.
(GPS: 56° 14′ 41.47″ N, 10° 47′ 14.83″ E)

Weiter geht’s zehn Kilometer nach Süden, nun endlich nach

Ebeltoft

GPS: 56° 11′ 55.58″ N, 10° 40′ 30.93″ E

2009-08-27_172057_DSC_5409ctSehr wohl zu hoffen ist, Sie haben aufgeladene Akkupacks für Ihre Kamera dabei, denn selbige können Sie in “Ebeltoft” (Apfelgarten) wahrlich gebrauchen. Die Kamera kann man hier enorm beschäftigen. Ebeltoft heißt die kleine Halbinsel und so heißt auch die kleine Stadt.

Bereits anfangs des 14. Jahrhunderts mit Stadtrechten versehen, zeigt sich die knapp 8000-Seelen-Kommune als beliebte Touristenattraktion. Gleich im Hafen, am Großparkplatz, nahe dem Touristenbüro, ist unser Gefährt übrigens bestens abgestellt. Und wenn wir schon hier sind, gleich ein Highlight und vor allem für Kinder ein kleines Abenteuer. Hier besichtigen wir doch gleich die

“Fregatte Jylland”
GPS: 56° 11′ 56.69″ N, 10° 40′ 26.59″ E

Fregatten_Jylland_totalÜber 60 Meter lang, präsentiert sich uns das längste Holzschiff der Welt, überwiegend aus Eiche gefertigt. Stapellauf 1860, erster größerer Kriegseinsatz 1864 in einer Schlacht bei Helgoland. Über 400 Mann Besatzung waren auf der Fregatte im Einsatz. 10 Jahre später wurde sie als Eskorte des dänischen Königs “Christian IX.” auf der königlichen Yacht “Dannebrog” eingesetzt. 1908 wurde sie endgültig außer Dienst Fregatten_Jylland_i_Ebeltoftgesetzt. AB 1960 wurde sie in traurigem Zustand (ohne Masten, Takelage und Interieur) nach Ebeltoft geschleppt und von dem vermögenden dänischen Reeder “Mærsk McKinney Møller” in zehnjähriger Anstrengung sehr aufwändig restauriert. Auf einem Trockendock kann man den Dreimaster heute wieder bestaunen und gegen Eintritt auch besichtigen. Für Kinder ein echtes Abenteuer! Das zweite Bild zeigt das Schiff während der Restaurierung, in seinem Zustand 1978.
(Fotoquelle: WikiMedia Commons)

Auf dem Wege angucken:

Das Auto lassen wir am besten am Hafen stehen. Denn gleich südlich neben der “Fregatte Jylland” kann man etwas über Glaskunst lernen. Eine wirklich sehenswerte Ausstellung internationaler Künstler bietet das “Glasmuseet Ebeltoft” und Glasbläser führen ihre Kunst vor.
Adresse: Strandvejen 8, DK-8400 Ebeltoft
GPS: 56° 11′ 49.54″ N, 10° 40′ 26.21″ E

2009-08-27_171149_DSC_5370ctDas Auto steht weiter gut am Hafen, denn die wunderbare Altstadt muss man wirklich zu Fuß genießen. Gleich gegenüber dem Glasmuseum führt uns der “Toldbodvej” dorthin und wir befinden uns inmitten der niedlichen kleinen Häuser, die den Charme 2009-08-27_170608_DSC_5356ctEbeltofts ausmachen. Zunächst laufen wir nach links, die “Adelgade” hinauf. Bunte kleine Häuser und altes Fachwerk begegnen uns. An der Ecke “Villadsgyde”, ein herrliches “Kro” (Gasthaus) in einem uralten, kleinen Fachwerkhaus. Natürlich darf der “Dannebrog” davor nicht fehlen.

2009-08-27_185618_DSC_5491Die “Ebeltoft Kirke”, in etwa im 15. Jahrhundert, in Backsteingotik, errichtet, wurde im 18. Jahrhundert stark verändert. Bei den Umbauten wurden u.a. auch alte Grabsteine für die Treppenstufen zum Turm hinauf verwendet, das Kirchenschiff weiß gekalkt. Der Kirchenhügel bietet eine schöne Aussicht auf die Stadt.

Ein paar Meter weiter ein Augenschmaus: das “Gamle Rådhus” (Altes Rathaus), aus dem 18. Jahrhundert, bewehrt mit alten Kanonen. Darin kann man übrigens – auch als Ausländer – in herrlichem Ambiente eine Zivilehe eingehen.

2009-08-27_171512_DSC_5387ctAltes Rathaus Ebeltoft (GPS: 56° 11′ 52.37″ N, 10° 40′ 36.46″ E)

2009-08-27_172057_DSC_5409ctWeiter geht’s in der bisherigen Laufrichtung (Norden). wir ahnen an den der zunehmenden Ladendichte, wir nähern uns der Einkaufsmeile.

2009-08-27_172908_DSC_5433Und manchmal gibt es auch etwas zum Erschrecken, z.B., wenn eine Kunstgalerie einen Blickfang auf die Straße setzt. Eines muss man ihnen lassen, Humor haben Sie, die Ebeltofter.

2009-08-27_173041_DSC_5441ctZusammengefasst: Ebeltoft ist eigentlich ein “Muss” für Jütland-Reisende. Man könnte stundenlang umherlaufen ohne, dass sich so etwas wie Langeweile einstellen würde. Was mich immer wieder verwundert – und nicht nur in Ebeltoft – wie es die teilweise windschiefen Fachwerkhäuser über Jahrhunderte schaffen, nicht einzustürzen, z.B. jenes, welches das “Rådhus Kroen” beherbergt. Der Rechte Winkel scheint beim Bau nur als “grober Anhalt” zu dienen.

2009-08-27_172237_DSC_5414

Wer will, kann die Halbinsel Ebeltoft noch bis zu ihrer  Südspitze erkunden. Dort gibt es einen Fährhafen, von wo aus moderne Katamaran-Schnellfähren von/nach Seeland fahren. Wenn gerade eine angelegt hat, sicher sehr fototauglich. Beachtenswert auch die Strände entlang der Halbinsel. Wir aber fahren die Primärstraße 21 nach Norden und folgen ihr als Küstenstraße um die “Ebeltoft Vig” (Ebeltoft-Bucht) entgegen dem Uhrzeigersinn. Wer Leuchttürme mag, kann die kurze Strecke nach Süden, hinunter fahren, zur Halbinsel

Helgenæs

An der Südspitze der Halbinsel “Helgenæs” befindet sich ein kleiner, aber irgendwie niedlicher Leuchtturm “Sletterhage Fyr”. Wer schon mit den Fähren von Seeland nach “Århus” gefahren ist, kommt vom Meer her immer an ihm vorbei.

2013-09-01_192616_DSC49602ctSletterhage Fyr (GPS: 56° 5′ 42.03″ N, 10° 30′ 46.28″ E)

Helgenæs ist auch sonst eine schnuckelige Halbinsel. Für dänische Verhältnisse sehr hügelig, zeigen sich die “Mols-Berge” (Moränenhügel). Auf dem “Ellemandsbjerg” befindet man sich fast 100 m über dem Meeresspiegel, mit entsprechend genialer Aussicht auf die Århus-Bucht, bis hinunter zum o.e. Leuchtturm. (GPS: 56° 6′ 45.49″ N, 10° 31′ 14.63″ E)

Insel Kalø mit Burgruine

GPS: 56° 16′ 29.49″ N, 10° 28′ 8.97″ E

2013-09-01_185321_DSC49560Wir fahren wieder zurück ins Djursland, folgen über “Knebel”, “Vrinners” den Ortsstraßen entlang des “Vestre Molsvej” und biegen dann nach links in den “Havhusvej” ab, direkt an den 2013-09-01_185331_DSC49562Stränden entlang Richtung “Ronde” zu fahren. Kurz nach “Egens” lohnt sich ein Halt. Von hier aus hat man einen genialen Blick nach Westen, hinüber zur mittelalterlichen “Kalø Burgruine”, auf der kleinen Insel “Kalø”. (GPS Fotostandort: 56° 16′ 21.00″ N, 10° 30′ 17.99″ E)

2013-09-01_185326_DSC49561Insel Kalø mit Burgruine (GPS: 56° 16′ 29.49″ N, 10° 28′ 8.97″ E)

Die Insel selbst ist über einen künstlichen Damm mit dem Festland verbunden, kann also ohne Fähre besucht werden.

Wir haben die Halbinsel “Djursland” nun umrundet. In der Mitte der Halbinsel fanden wir nichts Aufregendes (was auch bedeuten kann, dass wir nur nichts gefunden haben.

Wir fahrend in nördlicher Richtung weiter, wo wir auf die Primärstraße 21 gelangen. In “Mørke” können wir links abbiegen und uns über Nebenstraßen zur westlich davon gelegenen Sekundärstraße 563 durchschlagen. Man könnte auch bis “Termestrup” weiterfahren, da kreuzen sich die beiden überregionalen Straßen- Allerdings  müsste man dan wieder ein ganzes Stück zurückfahren zu unserem nächsten Ziel, dem

Schloss Rosenholm

GPS: 56° 20′ 0.86″ N, 10° 19′ 48.17″ E

2013-09-01_180751_DSC49486ctSchloss Rosenholm” ist – neben “Burg Spøttrup” (vgl. “Der Limfjord”) – eine der ältesten Wasserschlossanlagen Dänemarks und geht auf das 14. Jahrhundert zurück. Das jetzige, vierflügelige Schlossgebäude, inmitten eines Sees, im Renaissance-Stil, wurde aber erst im 16. Jahrhundert erbaut.

2013-09-01_181643_DSC49517ctIm Inneren des Schlosses herrscht heute üppiges Barock. Erbaut wurde es einst von “Jørgen Rosenkrantz”, eines der ältesten, dänischen Adelsgeschlechter.

Das herrliche Gebäude kann heute für Firmen-Tagungen, Familienfeste und sonstige Veranstaltungen gemietet werden. Eine Homepage hat das Schloss natürlich auch:

Recht “hyggeligt” auch der kleine Garten-Pavillon, genannt “Pirkentavl”. Ein wunderbarer Park rundet das Bild des herrlichen Schlosses ab.

2013-09-01_181711_DSC49519ct

Leute, die gerne Waldspaziergänge mögen könnten jetzt einen kleinen Umweg machen

Auf dem Wege angucken:

Etwa 12 Kilometer nordöstlich des “Schloss’ Rosenholm” gibt es ein ausgedehntes Mischwaldgebiet, knapp 14 Kilometer lang und rund sieben Kilometer breit. Ich muss sagen, das war der schönste Wald, den ich je in meinem Leben betreten habe. Den Zugang findet man am einfachsten zwischen den Ortschaften Ryomgård” und “Pindstrup” (GPS: 56° 23′ 13.19″ N, 10° 26′ 30.39″ E)

Wir aber vermeiden den Umweg und fahren, am geschicktesten über die Dörfer, über “Karlby” und “Skader” zur nächsten Schloss Anlage, nämlich

Schloss Clausholm

GPS: 56° 3′ 1.22″ N, 10° 10′ 13.56″ E

2009-09-01_135724_DSC_6649Zwölf Kilometer südöstlich der Stadt “Randers” finden wir das Barockschloss “Clausholm”, mit herrlichen Stuckdecken. Es wurde erbaut im 17. Jahrhundert für den dänischen  Premierminister und Großkanzler “Conrad Graf von Reventlow”.

2009-09-01_140204_DSC_6662Die Eigentümer wechselten öfter und es wird heute bewohnt vom königlichen Hofjägermeister “Kim A. Berner”. Zumindest der herrliche Schlosspark steht der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Ein schönes Schloss, finde ich! Und es hat  natürlich auch eine eigene Homepage:

2009-09-01_133537_DSC_6622

Bevor wir uns wieder städtischer Zivilisation annähern, fahren wir wieder über die Dörfer über “Hørning” nach “Ammelhede” und finden dort Geschichtsträchtiges vor:

Hamlets Grab

GPS: 56° 26′ 2.22″ N, 10° 13′ 14.36″ E

Wir befinden uns geografisch nicht mehr auf der Halbinsel “Djursland” selbst, sondern in “Mitteljütland”, auch wenn diese Gegend verwaltungsmäßig trotzdem noch zum “Djursland” gehört. 

2009-09-01_143229_DSC_6687“Sein oder nicht sein…”, “Der Rest ist Schweigen…”, Redensarten, die man kennt. Oder auch “Etwas ist faul im Staate Dänemark…” … letzteres resümieren “Marcellus” und “Horatio”, zwei Nachtwächter am Schlosse “Elsinore” (gemeint ist “Schloss Kronborg in Helsingøre”, auf Seeland), als sie dem Geist ihres kürzlich ermordeten Königs begegnen, just, als der neue König “Claudius” seine Vermählung mit “Gertrude”, der Witwe des alten Königs, feiert. Auch der Prinz von Dänemark, “Hamlet”, traf eines nachts auf den ermordeten Vater und schwor, ihn zu rächen… so jedenfalls Shakespeare in seiner bekanntesten Tragödie.

2009-09-01_142938_DSC_6678Hier am Rande der Halbinsel “Djursland” also befindet sich “Hamlets Grab”. Jaja, ich weiß, in “Helsingør”, auf Seeland, im Park hinter “Schloss Marienlyst” ist auch ein steinerner Sarkophag, genannt “Hamlets Grab”. Doch der ist nur ein Erinnerungsgrab ohne Inhalt. Und es wurde erst 1926 als Gedenkstein dort errichtet.

2009-09-01_143017_DSC_6681Hier aber, auf Jütland, hier soll er nun wirklich begraben liegen, Prinz Hamlet von Dänemark – behauptet jedenfalls die Inschrift des Grabsteins. Der Platz für dieses Grab ist genial gewählt, in wunderbar hügeliger Landschaft, bei schattigen Bäumen… Ehrlich, wäre das Leben nicht so schön und es müsste sein, hier wäre man gerne begraben.

2009-09-01_143129_DSC_6684

Hier also Hamlets Grab mit Inschrift, jedenfalls jenes des historischen Vorbilds “Prinz Amled”, welches Shakespeare zu seinem Werk inspiriert haben soll – ob es auch stimmt? Keine Ahnung! Die Briten jedenfalls wollen Hamlet auch auf ihrer Insel begraben wissen. Tun wir halt so, als ruhte er hier an schönem Orte.

Vor ihren Toren fahren wir nun schon eine Weile herum, nun wollen wir sie auch aufsuchen, die Hafenstadt

Randers

GPS: 56° 27′ 25.83″ N, 10° 2′ 12.65″ E

Bis nach “Randers” reicht der gleichnamige Fjord, der ins Kattegat mündet. Zugleich enthält das Hafenwasser aber auch Süßwasseranteile da der zugleich längste Fluss Dänemarks, die “Gudenå”, östlich der Hafenbecken in den “Randersfjord” mündet.

Im 11. Jahrhundert erstmals als Handelsplatz erwähnt, erhielt Randers anfangs des 14. Jahrhunderts bereits die Stadtrechte. Der Gründungsort ist wohl gewählt: Hier konnte die “Gudenå” gut überquert werden und es bestand Anschluss über den Randersfjord zum knapp 30 Kilometer entfernten, offenen Meer. Und diese Zentrumsfunktion sieht man Randers auch an: Man nennt sie auch die “Stadt der 14 Landstraßen”. Ähnlich wie in Frankreich rund um Paris, so führen auch in Randers aus allen Richtungen sternförmig Primär-, Sekundär- und Ortsstraßen nach Randers hinein.

Die GPS-Koordinaten oben, bei der Überschrift, wurden auf einem gut geeigneten Parkplatz am Südrand der Altstadt gelegt, das hat den Vorteil, dass wir uns von hieraus gut zu Fuß die Stadt erschließen können. Und das wollen wir nun auch tun.

Der Parkplatz liegt direkt am “Handwerksmuseum”. Es enthält auch eine Friseur- und Optik-Ausstellung. Außerdem kann man echten Handwerkern bei der Arbeit zusehen.
(GPS: 56° 27′ 27.22″ N, 10° 2′ 11.67″ E)

OLYMPUS DIGITAL CAMERA         Gleich schräg gegenüber des Parkplatzes, am Fluss, fallen uns seltsame Kuppelbauten auf, der “Randers Regnskov” (Randers Regenwald), ein Indoor-Zoo und -Tropenwald mit entsprechendem Getier und Tropenpflanzen. Eine Urwaldnachbildung mit Wasserfall, bunte Papagei-Arten, ein Streichelzoo und sogar ein Schlangenhaus werden geboten. – Achtung! Luftfeuchtigkeit um die 90%! – Man könnte also ins Schwitzen geraten.
(Bildquelle: WikiMedia Commons)
Anschrift: Tørvebryggen 11, DK-8900 Randers
GPS: 56° 27′ 25.86″ N, 10° 1′ 57.05″ E

Niesl EbbesWir gehen in die Stadt. Einen alten Kaufmannshof aus dem 17. Jahrhundert, finden wir gleich in der Storegade. In diesem bietet heute ein attraktives Restaurant, das “Niels Ebbes Spisehuus”, Kulinarisches an. Ein ins Alter gekommenes Fachwerkhaus, feuerrot gestrichen. Und wiederum ist nur noch zu ahnen, dass möglicherwiese beim Bau dereinst auch der rechte Winkel Anwendung gefunden haben könnte. Witzig deshalb die teilweise windschiefen Fenster. Also von einer in Deutschland ja so hoch gehaltenen Wärmedämmung kann man hier kaum sprechen. Dafür ist das Haus aber einfach schön. (Bildquelle: Google-Earth)
Anschrift: Storegade 13, DK-8900 Randers
GPS: 56° 27′ 28.16″ N, 10° 2′ 18.14″ E

Ein richtig schöner Platz in Randers ist der Rathausplatz (Rådhustorvet). Wenn da nicht eine einzelne Bausünde wäre, ein Ziegelflachbau ggü. einem herrlichen Patrizierhaus, ebenfalls in Ziegelbauweise, wäre der Platz perfekt. Auf dem Platz finden wir was? Das “Alte Rathaus” natürlich. Ende des 18. Jahrhunderts im Barockstil erbaut, ist es sehenswert. Von hier aus  überall Zugänge in die umfangreichen Fußgängerzonen.

Raadhuset,_RandersctRådhuset am Rådhusettorvet (GPS: 56° 27′ 39.14″ N, 10° 2′ 11.89″ E)

Humor haben die Leute von Randers auch: Auf dem ganzen Platz stellen sie grellbunte Kunststoffbänke auf, als wären sie dem Teletubbie-Land entnommen. (Bildquelle: WikiMedia Commons)

Vor dem Rathaus das Denkmal eines Mörders, “Niels Ebbesen”. Der Schurke wollte sich ganz Jütland unter den Nagel reißen und hat zu diesem Zwecke im Jahre 1340 den Grafen “Gerhard III. von Holstein” ermordet. Das hat ihn aber seinem Ziel nicht viel näher gebracht, denn im selben Jahr musste auch er das Zeitliche segnen. Was des einen ein Mörder ist (heute wählt man die Vokabel Terrorist), ist des anderen Freiheitskämpfer, kennt man ja.

Die oben erwähnte Bausünde wiegt doppelt schwer. Denn gleich neben dem hässlichen Ziegelflachbau steht das älteste Gebäude der Stadt, aus dem 15. Jahrhundert, der alte, wirklich goldige, dreistöckige Kaufmannshof “Påskesønnernes Hus”. Nachfolgend eine kleine Dokumentation über das Haus (in dänischer Sprache). (GPS: 56° 27′ 40.04″ N, 10° 2′ 9.67″ E)

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Påskesønnernes Hus

Damit wollen wir den Abschnitt des östlichen Mitteljütland und Halbinsel Djursland vorläufig abschließen. Dänemark-Kenner werden einwenden, dass noch der Bereich rund um “Viborg” fehlt und damit haben sie auch vollkommen recht. Allein ich muss einräumen, dass ich diesen Bereich selbst noch nicht erkundet habe. Wir treiben uns halt gerne an der Küste herum. Was nicht ist, kann noch werden.  Erwähnt sei die Stadt aber wenigstens schon einmal.

Kurt O. Wörl

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