Odense

Die Ziele dieses Beitrags befinden sich im Zentrum aller Sektoren meiner Einteilung, also direkt in Fünens Hauptstadt Odense (zum Vergrößern bitte auf  die Grafik klicken).

Mit rund 174.000 Einwohnern ist Odense die drittgrößte Stadt Dänemarks (nach Kopenhagen und Århus) und liegt auf Fünen, direkt an der Autobahn E 20 (von Jütland über Fünen nach Seeland).

Erstmals erwähnt wurde die Stadt 988 in einem Dokument, erstellt vom deutschen Kaiser Otto III. Sie ist also schon ganz schön alt. Der Name der Stadt soll auf Gott Odin verweisen.

Als zunächst reine Binnenstadt war die Stadt vom Welthandel etwas abgeschnitten. Um das zu ändern wurde 1806, nach zehnjähriger Bauzeit, der Odense-Kanal eingeweiht, der seither die Stadt mit dem Odense-Fjord verbindet und ihr so Zugang zum Kattegat und damit zu den Ozeanen dieser Welt einbrachte.

Was Lübeck in Sachen Marzipan für Deutschland ist Odense für Dänemark. Gar der dänische Hoflieferant für die süße Köstlichkeit hat seinen Sitz in der Stadt.

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Anders als bei unseren Streckentouren mag ich für Odense keine Tourenempfehlung geben, da man als Besucher einer Stadt in der Regel ganz eigene Rundgang-Vorstellungen hat. Ich werde schlicht die Sehenswürdigkeiten mit Geodaten und – so vorhanden – den Adressen angeben. Aber ein guter Punkt, einen Stadtrundgang zu beginnen ist sicher das

Rathaus…

GPS:  55°23’45.38″N, 10°23’18.34″E
Flakhavn 2, DK-5000 Odense

Odense - Fünen - Rathaus

Rathaus Odense

… weil es sowohl mit eigenem Kraftfahrzeug wie mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus) gut erreichbar ist. Zudem: Im selben Gebäude befindet sich, über einen Seiteneingang erreichbar,  auch gleich die Touristen-Information.

Das repräsentative Odenser Rathaus, im italienisch-gotischen Stil wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. 

Gleich rechts (südlich) daneben steht der 

Sankt-Knuds-Dom

GPS: 55°23’43.35″N, 10°23’20.21″E

Odense - Fünen - St. Knuds Kirke

Sankt Knuds Dom

Eine genaues Baujahr für den St.Knuds-Dom kann nicht angegeben werden. Der Bau begann irgendwann um 1100 und wurde mit der Fertigstellung des Turms um 1586 beendet. Das Besondere: Im Turm sind fünf Glocken untergebracht, gegossen in den Jahren 1300, 1597, 1677, 1767 und 1880.

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Hochaltar Claus Berg

Außerdem beherbergt er einen Hochaltar des Lübeckers Claus Berg. (Fotoquelle: WikiMedia Commons)

Viel beeindruckender als den Dom fand ich aber die nur einen Steinwurf von hier entfernte 

 

Sankt Albani Kirke

GPS: 55°23’46.89″N, 10°23’27.40″

Odense - Fünen

St. Albani Kirke

Die erst 1908 eingeweihte, im neugotischen Stil aus Backstein erbaute, katholische Kirche Sankt Albani besitzt einen mächtigen, 54  Meter hohen, an einen Bleistift erinnernden Turm. Erbaut von einem deutschen Architekten weist die Kirche auch Glasmalereien des bayerischen Künstlers Georg Schneider (Regensburg) auf.

Doch so beeindruckend beide Hauptkirchen Odenses auch sein mögen, etwas anderes ist es, was die Stadt im Innersten prägt – und im Äußeren erst recht: 

Hans Christian Andersen überall in der Stadt

Odense

Die Stopfnadel

Odense ist die H.-C.-Andersen-Stadt. Das merkt der Besucher vor allem daran, dass ihm überall in der Stadt Märchenskulpturen begegnen, auch, wenn man bei manchen vielleicht gar nicht so einfach auf eine Märchenskulptur kommt. Z.B. bei einer Skulptur von dem Künstler Frede Troelsen, mit der Bezeichnung „Die Stopfnadel“ (GPS: 55°23’42.5″N, 10°23’4.7″E).

Ehrlich gesagt dachte ich zunächst ein bisschen „unkeusch“ als ich vor dem Werk stand, weil ich das gleichnamige Märchen gar nicht kannte. Und ein bisschen phallisch kommt die „Nadel“ ja schon daher und, dass das Gegenstück ein Nadelöhr darstellen soll, darauf muss man erstmal kommen. Dafür reichte meine, sich schon auf falschem Pfade befindliche Fantasie nicht aus. Aber jetzt, wo ich es weiß, erkenne ich den Sinn auch, wenn ich vorher an rosa Elefanten denke… 🙂 

Kindheitshaus H. C. Andersens…

GPS:  55°23’40.30″N, 10°23’14.66″E
Munkemøllestræde 3-5, DK-5000 Odense C

1280px-Denmark-odense-hans_christian_andersen-childhood_home

Kindheitshaus

In der Tat, Berühmtheit erlangte Odense vor allem aufgrund des berühmtesten „Sohnes“ der Stadt, dem Dichter, Schriftsteller und Märchenerzähler Hans Christian Andersen (*02.04.1805, †04.08.1875).  Das Kindheitshaus oder dänisch Barndomshjem, in welchem Andersen seine Kindheit verbrachte, steht hier in der Stadt und beherbergt ein Museum, welches sich thematisch mit dem Dichter befasst. (Fotoquelle: WikiMedia Commons)

Eigenartig ist, dass das Haus, in welchem Andersen wirklich aufgewachsen war, also geprägt und wesentlich wurde, bei den Touristen weitaus weniger Interesse findet, als jenes, in welchem er (vermutlich) geboren wurde, nämlich das 

Geburtshaus H.C. Andersens und Museum

GPS: 55°23’55.68″N, 10°23’27.24″E
Bans Boder 29, DK-5000 Odense

H.C. Anderson-Hus - Odense - Fünen

H. C. Andersen-Hus

Andersens (vermutliches) Geburtshaus steht hier, das, zusammen mit einem angebauten Komplex, heute das H. C. Andersen-Museum beherbergt. Die Betonung liegt auf „vermutliches“ Geburtshaus. Gesichert ist das nicht! 

Das Haus liegt inmitten einer Siedlung in typisch dänischer Kleinstadt-Idylle, mit niedlichen Gassen und alten, kleinen und teils sehr bunten Häusern.

Odense   Gammel Odense - Fünen

Das Museum selbst erstreckt sich über mehrere angrenzende alte Häuser und einem Neubau. Sehenswert auch das Fyrtøjet, das „Kinderkulturhaus“ an der kleinen Grünanlage inmitten des Museumskomplexes. Hier können sich Kinder mit den Andersen-Märchen befassen, sich verkleiden, schminken, durch Märchenkulissen klettern, Märchen lauschen. Während die „nächste Generation“ solchermaßen beschäftigt ist, können sich die Eltern derweil im gleichnamigen Café nebenan ein bisschen erholen.

Danmarks Jernebanemuseum

GPS:  55°24’10.04″N, 10°23’8.74″E
Dannebrogsgade 24, DK-5000 Odense C

Nur einen etwas größeren Steinwurf vom H.-C.-Andersen-Museum entfernt befindet sich direkt am Hauptbahnhof Odenses Danmarks Jernebanemuseum (das Dänische Eisenbahnmuseum). Das Museum ist überaus sehenswert und man sollte viel Zeit mitbringen, denn das Areal erstreckt sich über 10.000 qm.  Man spürt den Flügelschlag der Geschichte, wenn man mit den Loks und Wagons auf Tuchfühlung kommt. Platz nehmen auf unbequemen Bänken der alten Personenwagons, einen Blick in die königlichen Salonwagons werfen, Lokführer spielen im Fahrstand einer der gewaltigen Dampfloks – ein Spaß für die ganze Familie.

Da die Website des Museums auch mit einer deutschen Version aufwartet und überdies noch einen eigenen YouTube-Kanal unterhält, erspare ich mir hier viele Worte. 

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Odense Slot

GPS: 55°23’58.42″N, 10°23’10.48″E

odense_slot_DxODirekt gegenüber des Eisenbahnmuseums südlich, bzw. ggü. des Hauptbahnhofs befindet sich der Kongens Have, der Königsgarten. Vorbei an einer Reiterstatue König Christians IX. gelangt man den kleiner Park, der das Schloss Odense beherbergt. In dem klassizistische Bau ist heute die Kommunalverwaltung untergebracht. Im 13. Jhdt. war es zunächst ein Kloster der Johanniter. Nach der Reformation, im 16. Jhdt., wurde es Eigentum des Königshauses. 1907 schließlich ging das Gebäude in das Eigentum der Stadt über. (Fotoquelle: WikiMedia Commons)

Odense Teater

GPS: 55°23’54.58″N, 10°23’6.39″E
Jernbanegade 21, DK-5000 Odense C

Odense_teater_DxOGleich neben dem Schloss befindet sich das Ende des 18. Jhdts. erbaute Theater Odense, dänisch Odense TeaterDas im neubarocken Baustil errichtete Theater ist das zweitälteste Dänemarks und eines der drei Staatstheater des Landes. (Fotoquelle: WikimediaCommons)

Auch das Odense Teater unterhält einen eigenen YouTube-Kanal.

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Munke Mose

 GPS: 55°23’31.79″N, 10°22’54.21″E

Odense_Å_ved_Munke_Mose_DxODie grüne Lunge Odenses, wenn eine Stadt auf Fünen so etwas überhaupt nötig hat, ist Munke Mose (deutsch: Mönchssumpf), eine 8,5 ha große Parkanlage, welche vom Odense Å umflossen wird.

Man gelangt in den Park über die Brücke an der Kreuzung Filosofgangen/Ny Vestergade. Direkt an der Brücke kann man an Bootsausflügen teilnehmen oder sich selbst ein Kanu oder Tretboot mieten. (Fotoquelle: WikiMedia Commons)

In dem Park, so heißt es, habe H.C. Andersen sich zu vielen seiner Märchen inspirieren lassen. 

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Odense Zoo

 GPS: 55°22’43.22″N, 10°22’16.79″E
Søndre Blvd. 306. DK-5000 Odense C

Folgt man dem Søndre Blvd. entlang des Odense Å – und damit der grünen Lunge Odenses folgend – nach Süden (geht auch per Bootsfahrt) gelangt man zum Odense Zoo. Der Zoo liegt beidseitig des Flüsschens, welches man über zwei Brückchen im Bereich der Anlage überqueren kann. Der seit 1930 bestehende Tiergarten hat sich besonders der afrikanischen Tierwelt verschrieben. Sehenswert im Zoo neben der bunten Tierwelt: Ein Wasserfall, den man auch von hinten besichtigen kann. 

Indiskret: Per Livecam können die Schimpansen im Odense Zoo beobachtet werden. Und weil wir schon bei der Videotechnik sind: Der Zoo unterhält auch einen eigenen YouTube-Kanal.

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Schon mal auf Südkurs, folgen wir weiter dem kleinen Fluss und überqueren diesen über die Skovalleen nach Osten und biegen dann nach rechts in den Sejerskovvej ab. Nach knapp 500 m gelangen wir rechter Hand zu einem großen Parkplatz. Dieser gehört zum

Fünischen Dorf (Den Fynske Landsby)

GPS: 55°21’58.77″N, 10°23’8.02″E
Seherskovvej 20, DK Odense S

Den Fynske Landsby ist ein Freilichtmuseum. Es liegt im südlichen Stadtteil Fruens Bøge und zeigt etwa 30 ländliche Bauten des 18. und 19. Jahrhunderts. Das fünische Dorfmilieu dieser beiden Jahrhunderte soll hier besonders authentisch konserviert worden sein. 

Ein Besuch im „Fünischen Dorf“ ist wie eine Reise in die Landschaft zur Zeit Hans Christian Andersens. 

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Das besondere: Das Dorf hat auch eine Open-Air-Bühne, welche reichlich für Events, vor allem Konzerte genutzt wird:

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Zum Schluss unseres Odense-Rundgangs wieder Typisches für Fünen, ein Herrenschlösschen im Südosten der Stadt, ganz nahe am Verkehrskreuz der Autobahn E 20 und der Primärstraße 9, 

Hollufgård Slot

GPS: 55°21’20.25″N, 10°26’27.41″E
 Hestehaven 199, DK-5220 Odense SØ

HollufgaardDas Herrenschloss Hollufgård aus dem 15./16. Jahrhundert beherbergt heute eine privates Gästeatelier, das Bildhauern und Malern zur Verfügung steht. Ein Großteil der Schlossanlage wurde 2004 von der Stadt an eine Architektengruppe verkauft. (Fotoquelle: WikiMedia Commons)

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Zum Schluss

Wer nicht in Odense war, hat Fünen nicht gesehen. Wie immer bei meinen touristischen Rundgängen erhebe ich natürlich nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Sicher hat die kleine heimelige Stadt noch viel mehr zu bieten, als ich hier zusammenfassen konnte.

Kurt O. Wörl

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