Wissenswertes über Jütland

Vorbemerkungen

Juetland

Eines gleich vorweg: Wer bisher “Jütland” nur auf der Autobahn durchquert hat, etwa, um zu den Fährterminals nach Norwegen in “Hirtshals” zu gelangen, der hat von Jütland in der Wirklichkeit nichts gesehen.

Ich ärgere mich manchmal wenn mich Leute auf meine Liebe zu “Dänemark” ansprechen und meinen:

“Was soll schon so toll sein an Jütland. Jedes Mal wenn wir nach Norwegen fahren, durchqueren wir die Halbinsel komplett und finden das Land links und rechts der Autobahn entsetzlich langweilig: Flach, nur Felder, Kiefernwälder… sonst nichts, was auch nur zum Anhalten einlüde!”

Aber sie haben damit andererseits auch wieder irgendwo recht: Durchfährt man Bayern auf der A 9 zwischen Nürnberg und München, käme auch niemand auf die Idee, dass Bayern eines der schönsten und beliebtesten Urlaubsländer Deutschlands ist.

Der Charme ganz Dänemarks erhebt sich jedenfalls nicht aus dem “Reiz links und rechts der Autobahnen”, sondern vor allem aus seiner maritimen Lage, aus den immerhin über 7000 km Küste. Und um diese zu entdecken, muss man bitteschön schon die Autobahn verlassen. –

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Jütland – Hauptreiseziel deutscher Dänemarkurlauber

Jütland ist Dänemarks größte Landfläche, wenn man von der weitgehend autonomen, dennoch zum Staatsgebiet Dänemarks gehörenden, größten Insel der Welt, Grönland, absieht. Jütland ist der nördliche Teil der “Kimbrischen Halbinsel”, über welches sich im Süden auch das deutsche Bundesland Schleswig-Holstein erstreckt.

Im Westen ist Jütland von der “Nordsee” begrenzt, im Norden vom “Skagerrak”, im Nordosten vom “Kattegat” und im Südosten von der “Beltsee” und der “Ostsee” im Ganzen.

Jütland besteht heute aus zwei Landmassen, welche vom “Limfjord” (einem Sund) getrennt sind und einigen im Limfjord gelegenen Halbinseln und Inseln. Der Limfjord durchzieht Nordjütland von der Nordsee bei “Thyborøn” im Westen bis nach “Hals” am Kattegat im Osten.

Die nördlich des Limfjords gelegene Landmasse nennt man “Vendsyssel-Thy” oder Nordjütische Insel (dänisch: Nørrejyske Ø). Zur Insel wurde sie erst in der Folge der Februarflut von 1825. Touristisch geprägt wird die Nordinsel vor allem von den wunderbaren Stränden entlang der Jammerbucht und ganz im Norden von der Landzunge “Grenen” nördlich von “Skagen”. Norwegen-Reisenden wird die Stadt “Hirtshals”, mit ihren Fährterminals, gut bekannt sein.

DSC47750Viele der bei Touristen so beliebten Sehenswürdigkeiten liegen auf dieser Nordjütischen Insel. Und ein “Beutefoto” von der Sandzunge Grenen (oder Skagens Gren = Ast von Skagen), dem nördlichsten Punkt Jütlands, dort wo die blaue Nordsee und die eher smaragdgrüne Ostsee (Skagerrak und Kattegat) zusammentreffen, ist ein Muss für viele Urlauber.

Man kann vom Leuchtturm Skagen bequem am Strand entlang dorthin nach Grenen laufen oder man lässt sich für wenige Kronen vom “Sandormen” (deutsch: Sandwurm, einem Traktor mit Kabinenanhänger) dorthin und zurück transportieren.

Insgesamt kann man Jütland in vier erkennbar unterschiedliche Regionen gliedern: Die Gliederung in die beiden vom Limfjord getrennten Nord-Süd-Teile habe ich bereits erwähnt. Es gibt dann noch eine deutliche Trennung in West- und Ostjütland. Schon beim Blick auf die Landkarte wird man feststellen, dass die betuchteren, größeren Städte Jütlands (Sønderborg, Aabenraa, Kolding, Vejle, Silkeborg, Aarhus, Aalborg, Frederikshavn, Skagen) eher an der Ostküste und damit an der Ostsee liegen.

Der Westen Jütlands hingegen war schon immer eher von der Fischerei in der Nordsee und damit von kleineren, weniger betuchten Fischerdörfern geprägt. Die einzige größere Stadt im Westen ist “Esbjerg”, geprägt von der dominierenden Hafenindustrie.

Dann gibt es nördlich des “Ringkøbing-Fjords” die beliebte und beschauliche Kleinstadt “Ringkøbing.

Die weiteren Siedlungen im Westen sind – wie erwähnt – stark vom Fischfang geprägt. Man kann zusammenfassen: Dem reicheren Osten steht ein eher ärmlicher Westen gegenüber.

Um dennoch etwas gegen knappe Kassen zu tun, entstanden entlang der Westküste teilweise sehr ausgedehnte Ferienhaus-Gebiete. Der Urlaubstourismus ist heute sicher eines der wichtigsten Standbeine der Wirtschaft entlang der Nordseeküste.

100_3070Die meisten deutschen Dänemarkurlauber wählen in der Tat ihr Urlaubsziel an der Westküste Jütlands. Sie schätzen die wilde Nordsee und die dort besonders salz- und aerosolreiche, vor allem auch pollenfreie Luft zur Erholung der Atemwege. –

Und: Im Westen ist es ruhig, sehr ruhig – er lädt zum erholsamen Ruheurlaub, zu langen Strandspaziergängen, vielleicht zum Bernsteinsammeln ein. Party-Mäuse seien deshalb gewarnt: Nachts werden entlang der Westdünen die Gehwege hochgeklappt und wer die deutsche Kneipenkultur gewohnt ist und das spätnächtliche Bier nicht missen möchte, sollte sich eher in die Nähe der Städte im Osten der Halbinsel orientieren.

Kurt O. Wörl

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